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Gotteswort

15. August 2017


Mariä Aufnahme in den Himmel (+H)

In Jerusalem feierte man schon im 5. Jahrhundert am 15. August einen Gedenktag der Gottesmutter, der sich im ganzen Orient als "Tag an dem die heilige Maria entschlafen ist", ausbreitete und im 8. Jahrhundert als "Aufnahme der seligen Maria" auch in Rom Eingang fand. Marienkirchen feiern vielfach diesn Tag als ihr Titularfest, so auch die Klosterkirche Einsiedeln.

Volkstümlich heisst das Fest deutsch „Mariä Himmelfahrt“. Doch dieser Ausdruck gleicht zu sehr dem Festnamen „Christi Himmelfahrt“. Da besteht aber ein entscheidender Unterschied. Maria ist nicht aus eigener Kraft in den Himmel eingegangen. Sie ist die von Gott vor allen Frauen Begnadete. Alle Getauften aber dürfen wissen, dass sie Brüder und Schwestern Christi sind und berufen, am österlichen Erbe Christi teilzuhaben. Die Mutter Jesu ist – nach ihm – das Modell der Hoffnung auf das künftige Leben.

Kyrie

Christus, Sohn der Jungfrau Maria. Herr, erbarme dich.
Du hast Maria den Jüngern als Mutter gegeben. Christus, erbarme dich
Du hast Maria mit Herrlichkeit und Ehre gekrönt. Herr, erbarme dich.

Tagesgebet

Allmächtiger, ewiger Gott, du hast die selige Jungfrau Maria, die uns Christus geboren hat, vor aller Sünde bewahrt und sie mit Leib und Seele zur Herrlichkeit des Himmels erhoben. Gib, dass wir auf dieses Zeichen der Hoffnung und des Trostes schauen und auf dem Weg bleiben, der hinführt zu deiner Herrlichkeit. Darum bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn, unser Herrn und Gott, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

1. Lesung

Offb 11,19a; 12,1–6a.10ab

Die Frau und der Drache

Der Tempel Gottes im Himmel wurde geöffnet und in seinem Tempel wurde die Lade seines Bundes sichtbar:

Dann erschien ein grosses Zeichen am Himmel: eine Frau, mit der Sonne bekleidet; der Mond war unter ihren Füssen und ein Kranz von zwölf Sternen auf ihrem Haupt. Ein anderes Zeichen erschien am Himmel: ein Drache, gross und feuerrot, mit sieben Köpfen und zehn Hörnern und mit sieben Diademen auf seinen Köpfen. Sein Schwanz fegte ein Drittel der Sterne vom Himmel und warf sie auf die Erde herab. Der Drache stand vor der Frau, die gebären sollte; er wollte ihr Kind verschlingen, sobald es geboren war. Und sie gebar ein Kind, einen Sohn, der über alle Völker mit eisernem Zepter herrschen wird. Und ihr Kind wurde zu Gott und zu seinem Thron entrückt. Die Frau aber floh in die Wüste, wo Gott ihr einen Zufluchtsort geschaffen hatte.

Da hörte ich eine laute Stimme im Himmel rufen: Jetzt ist er da, der rettende Sieg, die Macht und die Herrschaft unseres Gottes und die Vollmacht seines Gesalbten;

Im Bund mit Gott:

Die Bundeslade ist Ort der Gegenwart Gottes. Seine Herrlichkeit überschattet die Lade. Sie ist ein Vorzeichen für die Messiasmutter, die hier als Frau am Himmel erscheint, in Herrlichkeit, aber auch im Kampf gegen das Böse. Diese Messiasmutter ist zunächst das Bundesvolk Israel, dann das neue Volk Gottes. Die Symbolik der Messiasmutter wird schon früh von Maria verstanden. Sie bringt das Geheimnis der Kirche zum Aufleuchten.

Antwortspalm

Psalm 45,10–12.16


R: Selig bis du, Jungfrau Maria, du thronst zur Rechten des Herrn.


Höre, Tochter, sieh her und neige dein Ohr,
vergiss dein Volk und dein Vaterhaus!
Der König verlangt nach deiner Schönheit;
er ist ja dein Herr, verneig dich vor ihm!

Man geleitet sie mit Freude und Jubel,
sie ziehen ein in den Palast des Königs.
Ich will deinen Namen rühmen von Geschlecht zu Geschlecht;
darum werden die Völker dich preisen immer und ewig.

2. Lesung

1 Kor 15,20–27a

Eine Reihenfolge

Nun aber ist Christus von den Toten auferweckt worden als der Erste der Entschlafenen. Da nämlich durch einen Menschen der Tod gekommen ist, kommt durch einen Menschen auch die Auferstehung der Toten. Denn wie in Adam alle sterben, so werden in Christus alle lebendig gemacht werden. Es gibt aber eine bestimmte Reihenfolge: Erster ist Christus; dann folgen, wenn Christus kommt, alle, die zu ihm gehören. Danach kommt das Ende, wenn er jede Macht, Gewalt und Kraft vernichtet hat und seine Herrschaft Gott, dem Vater, übergibt. Denn er muss herrschen, bis Gott ihm alle Feinde unter die Füsse gelegt hat. Der letzte Feind, der entmachtet wird, ist der Tod.

Eine Reihenfolge

Der auferstandene Christus ist der Erstgeborene von den Toten und der neue Adam. Er will alle Adamskinder zum neuen Leben führen. Paulus erklärt aber: „Es gibt eine Reihenfolge“ im Übergang aus der Welt des Todes in die Herrlichkeit Gottes. Das heutige Hochfest will sagen, dass die Mutter Jesu die Erste ist, die ihrem Sohn folgen durfte. Die Christusgläubigen folgen.

Ruf vor dem Evangelium

Halleluja, Halleluja. Maria ist aufgenommen in dem Himmel: es freut sich das Heer der Engel. Halleluja.

Evangelium

Lk 1,39–56

Maria besucht Elisabet

Nach einigen Tagen machte sich Maria auf den Weg und eilte in eine Stadt im Bergland von Judäa. Sie ging in das Haus des Zacharias und begrüsste Elisabet. Als Elisabet den Gruss Marias hörte, hüpfte das Kind in ihrem Leib. Da wurde Elisabet vom Heiligen Geist erfüllt und rief mit lauter Stimme: Gesegnet bist du mehr als alle anderen Frauen und gesegnet ist die Frucht deines Leibes. Wer bin ich, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt? In dem Augenblick, als ich deinen Gruss hörte, hüpfte das Kind vor Freude in meinem Leib. Selig ist die, die geglaubt hat, dass sich erfüllt, was der Herr ihr sagen liess.

Da sagte Maria:
Meine Seele preist die Grösse des Herrn,
und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter.
Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut.
Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter.
Denn der Mächtige hat Grosses an mir getan
und sein Name ist heilig.
Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht
über alle, die ihn fürchten.
Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten:
Er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind;
er stürzt die Mächtigen vom Thron
und erhöht die Niedrigen.
Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben
und lässt die Reichen leer ausgehen.
Er nimmt sich seines Knechtes Israel an
und denkt an sein Erbarmen,
das er unsern Vätern verheissen hat,
Abraham und seinen Nachkommen auf ewig.

Und Maria blieb etwa drei Monate bei ihr; dann kehrte sie nach Hause zurück.

Freude im Herrn

Der Heimsuchungsbericht erinnert in vielen Zügen an die Übertragung der Bundeslade nach Jerusalem (2 Sam 6,2–11): der Weg ins Land Juda, in die Nähe von Jerusalem; die Äusserungen der Freude; das Tanzen Davids vor der Bundeslade, bzw. das „Hüpfen“ des Kindes vor der schwangeren Maria; das Grusswort Davids bzw. Elisabets; das dreimonatige Verbleiben der Lade und Marias im gastgebenden Haus. – Anschliessend tritt Maria gleichsam als Vorsängerin auf, wenn sie das Magnifikat vorträgt. In diesem Hymnus haben schon die ersten Christen ihre Hoffnung ausgedrückt, dass sie, ein armes und demütiges Volk, Träger der messianischen Verheissungen sind. Dafür danken sie voll Freude Gott, ihrem Retter.

Fürbitten

Christus, deine Mutter durfte dir in die Herrlichkeit des neuen Lebens folgen:

  • Stärke den Glauben der Kirche an die Auferstehung.
  • Hilf allen in der Seelsorge Tätigen, das künftige Leben freimütig zu verkünden.
  • Lass die Gläubigen die Würde des Leibes verstehen, der ein Tempel Gottes ist.
  • Gib allen Armen und Demütigen im Aufblick zu Maria Kraft und Zuversicht.
  • Erhöre auf die Fürsprache deiner Mutter unsre Bitten.
  • Führe unsere Verstorbenen in das Land der Verheissung, des Lichtes und des Friedens.

Gott, du hast deine niedrige Magd mit Herrlichkeit und Ehre gekrönt. Nimm einst auch uns auf in die Herrlichkeit deines Sohnes, der mit dir lebt und herrscht in Ewigkeit.

Schlussgebet

Barmherziger Gott, wir haben das heilbringende Sakrament empfangen. Lass uns auf die Fürsprache der seligen Jungfrau Maria, die du in den Himmel aufgenommen hast, zur Herrlichkeit der Auferstehung gelangen. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.