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Gotteswort

16. Januar 2018


Dienstag der 2. Woche im Jahreskreis

Über den Dingen stehen! Die erste Lesung schreibt die Erwählung Davids zum König dem Eingreifen Gottes zu, der über den Vorurteilen von Menschen steht. Er schaut auf das Herz des Menschen. Das Evangelium zeigt Jesus, wie er souverän über unnötige Gesetzesvorschriften hinweg geht.

Kyrie

Christus, du bist der Sohn Davids. Herr, erbarme dich.
Du bist der Menschensohn. Christus, erbarme dich.
Du bist Herr und sitzest zur Rechten des Vaters. Herr, erbarme dich.

Tagesgebet

Gott. Du bist uns nahe, noch bevor wir zu dir kommen. Du bist bei uns, noch bevor wir uns aufmachen zu dir. Sieh deine Gemeinde, die auf dich schaut: Sieh unsere Sehnsucht nach Glück, unseren Willen zum Guten und unser Versagen. Erbarme dich unserer Armut und Leere. Fülle sie mit deinem Leben, mit deinem Glück, mit deiner Liebe. Darum bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn, unseren Herrn und Gott, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

1. Lesung

1 Sam 16,1–13

Davids Salbung zum König

Der Herr sagte zu Samuel: Wie lange willst du noch um Saul trauern? Ich habe ihn doch verworfen; er soll nicht mehr als König über Israel herrschen. Fülle dein Horn mit Öl und mach dich auf den Weg!

Ich schicke dich zu dem Betlehemiter Isai; denn ich habe mir einen von seinen Söhnen als König ausersehen. Samuel erwiderte: Wie kann ich da hingehen? Saul wird es erfahren und mich umbringen. Der Herr sagte: Nimm ein junges Rind mit und sag: Ich bin gekommen, um dem Herrn ein Schlachtopfer darzubringen. Lade Isai zum Opfer ein! Ich selbst werde dich dann erkennen lassen, was du tun sollst: Du sollst mir nur den salben, den ich dir nennen werde.

Samuel tat, was der Herr befohlen hatte. Als er nach Betlehem kam, gingen ihm die Ältesten der Stadt zitternd entgegen und fragten: Bedeutet dein Kommen Frieden? Er antwortete: Frieden. Ich bin gekommen, um dem Herrn ein Schlachtopfer darzubringen. Heiligt euch und kommt mit mir zum Opfer! Dann heiligte er Isai und seine Söhne und lud sie zum Opfer ein.

Als sie kamen und er den Eliab sah, dachte er: Gewiss steht nun vor dem Herrn sein Gesalbter. Der Herr aber sagte zu Samuel: Sieh nicht auf sein Aussehen und seine stattliche Gestalt, denn ich habe ihn verworfen; Gott sieht nämlich nicht auf das, worauf der Mensch sieht. Der Mensch sieht, was vor den Augen ist, der Herr aber sieht das Herz. Nun rief Isai den Abinadab und liess ihn vor Samuel treten. Dieser sagte: Auch ihn hat der Herr nicht erwählt. Isai liess Schima kommen. Samuel sagte: Auch ihn hat der Herr nicht erwählt.

So liess Isai sieben seiner Söhne vor Samuel treten, aber Samuel sagte zu Isai: Diese hat der Herr nicht erwählt. Und er fragte Isai: Sind das alle deine Söhne? Er antwortete: Der jüngste fehlt noch, aber der hütet gerade die Schafe. Samuel sagte zu Isai: Schick jemand hin und lass ihn holen; wir wollen uns nicht zum Mahl hinsetzen, bevor er hergekommen ist. Isai schickte also jemand hin und liess ihn kommen. David war blond, hatte schöne Augen und eine schöne Gestalt. Da sagte der Herr: Auf, salbe ihn! Denn er ist es.

Samuel nahm das Horn mit dem Öl und salbte David mitten unter seinen Brüdern. Und der Geist des Herrn war über David von diesem Tag an. Samuel aber brach auf und kehrte nach Rama zurück.

Prophetische Erwählung und Salbung Davids

In 2 Sam 5,3 und 2,4 finden sich Notizen über die Erwählung und Salbung Davids durch die Nordstämme und durch die Männer von Juda. Der heutige Bericht führt die Erwählung Davids zum Träger der messianischen Verheissungen auf ein Eingreifen Gottes durch den Propheten Samuel zurück. Die Wahl wird auf Gott zurückgeführt, dessen Augen auf das Herz des Menschen schauen, nicht auf die äussere Gestalt. (vgl. Frisque)

Antwortspalm

Psalm 89, 20–22.29.27–28


R: Ich habe David, meinen Knecht, gefunden.


Einst hast du in einer Vision
zu deinen Frommen gesprochen:
«Einen Helden habe ich zum König gekrönt,
einen jungen Mann aus dem Volk erhöht.
Ich habe David, meinen Knecht, gefunden
und ihn mit meinem heiligen Öl gesalbt.

Beständig wird meine Hand ihn halten
und mein Arm ihn stärken.
Auf ewig werde ich ihm meinen Bund bewahren,
mein Bund mit ihm bleibt allzeit bestehen.

Er wird zu mir rufen: Mein Vater bist du,
mein Gott, der Fels meines Heiles.
Ich mache ihn zum erstgeborenen Sohn,
zum Höchsten unter den Herrschern der Erde.

Ruf vor dem Evangelium

Halleluja. Halleluja. Zur Freiheit hat uns Christus befreit. Bleibt daher fest und lasst euch nicht von neuem das Joch der Knechtschaft auferlegen. Halleluja.

Evangelium

Mk 2,23–28

Das Ährenabreissen am Sabbat

An einem Sabbat ging Jesus durch die Kornfelder und unterwegs rissen seine Jünger Ähren ab. Da sagten die Pharisäer zu ihm: Sieh dir an, was sie tun! Das ist doch am Sabbat verboten.

Er antwortete: Habt ihr nie gelesen, was David getan hat, als er und seine Begleiter hungrig waren und nichts zu essen hatten – wie er zur Zeit des Hohenpriesters Abjatar in das Haus Gottes ging und die heiligen Brote ass, die ausser den Priestern niemand essen darf, und auch seinen Begleitern davon gab?

Und Jesus fügte hinzu: Der Sabbat ist für den Menschen da, nicht der Mensch für den Sabbat. Deshalb ist der Menschensohn Herr auch über den Sabbat.

Herr über den Sabbat

Jesus behauptet gegenüber den gesetzestreuen Pharisäern den Primat der inneren Freiheit oder des guten Gewissens über die kleinliche Auslegung des Sabbatgesetzes. Der Sabbat sollte ja das Volk an seine Befreiung erinnern. Er sollte für die Volksgenossen, aber auch für die Fremden und selbst für die Tiere einen Freiraum von der Mühsal der Arbeit und eine Spanne Zeit für die Freude sichern. Indem sich Jesus als Interpret des wahren Gotteswillens zeigt, erschüttert er die Selbstsicherheit von geistlichen Autoritäten in Israel, vertieft aber gleichzeitig das Verständnis des Sabbats. Jesus nimmt als „Menschensohn“ in Anspruch, über dem Buchstaben des religiösen Gesetzes zu stehen. (vgl. Frisque)

Fürbitten

Herr Jesus Christus, Menschensohn zur Rechten Gottes:

  • Führe die Christen zu jener inneren Freiheit, die in der Wahrheit und Liebe Gottes wurzelt.
  • Schenke den Autoritäten im Staat und in der Völkergemeinschaft Gedanken des Friedens.
  • Sende den Verantwortlichen der Kirchen den Geist der Einsicht auf dem Weg zur Einheit.
  • Erwähle in deiner Gnade Berufungen für den Priester- und Ordensstand.

Barmherziger Gott, du schenkst uns die Gnade der Gotteskindschaft; entziehe uns darum nie deine Führung und deinen Schutz. So bitten wir, im Heiligen Geist, durch Christus, unsern Herrn.

Schlussgebet

Allmächtiger Gott, du hast uns mit dem einen Brot des Himmels gestärkt. Erfülle uns mit dem Geist deiner Liebe, damit wir ein Herz und eine Seele werden. Darum bitten wir durch Christus, unsern Herrn.