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Gotteswort

17. August 2017


Donnerstag der 19. Woche im Jahreskreis

Müssen wir uns selber zurechtlegen, wie wir Gott verstehen sollen? Die erste Lesung schildert die Erfüllung von Verheissungen des Bundesgottes. Daran soll das Volk Grösse und Wirken seines Gottes erkennen. – Müssen wir die Sittenlehre selber erfinden? Das Evangelium zeigt, dass wir aus der Güte Gottes das Wohlwollen gegen unsere Nächsten lernen sollen.

Kyrie

Christus, du bringst uns das Erbarmen Gottes. Herr, erbarme dich.
Du trägst uns auf, zu verzeihen. Christus, erbarme dich.
Du lehrst uns, Geduld zu üben. Herr, erbarme dich.

Tagesgebet

Guter Gott. Durch deinen Sohn Jesus Christus hast du begonnen, unter uns Menschen dem Frieden und der Versöhnung Raum zu schaffen. Mach uns zu einer offenen und brüderlichen Gemeinde. Hilf uns, dass wir um seinetwillen miteinander annehmen und zu verstehen suchen, auch wo wir verschiedener Meinung sind. Darum bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn, unsern Herrn und Gott, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

1. Lesung

Jos 3,7–10a.11.13–17

Der Einzug ins Gelobte Land

Der Herr sagte zu Josua: Heute fange ich an, dich vor den Augen ganz Israels gross zu machen, damit alle erkennen, dass ich mit dir sein werde, wie ich mit Mose gewesen bin. Du aber sollst den Priestern, die die Bundeslade tragen, befehlen: Wenn ihr zum Ufer des Jordan kommt, geht in den Jordan hinein und bleibt dort stehen! Darauf sagte Josua zu den Israeliten: Kommt her und hört die Worte des Herrn, eures Gottes! Dann sagte Josua: Daran sollt ihr erkennen, dass ein lebendiger Gott mitten unter euch ist: Er wird die Kanaaniter vor euren Augen vertreiben. Seht, die Bundeslade des Herrn der ganzen Erde zieht vor euch her durch den Jordan. Wählt nun zwölf Männer aus den Stämmen Israels aus, aus jedem Stamm einen! Sobald die Füsse der Priester, die die Lade des Herrn tragen, des Herrn der ganzen Erde, im Wasser des Jordan stehen, wird das Wasser des Jordan, das von oben herabkommt, wie abgeschnitten sein und wie ein Wall dastehen. Als dann das Volk seine Zelte verliess und aufbrach, um den Jordan zu überschreiten, gingen die Priester, die die Bundeslade trugen, an der Spitze des Volkes. Und als die Träger der Lade an den Jordan kamen und die Füsse der Priester, die die Lade trugen, das Wasser berührten – der Jordan war aber während der ganzen Erntezeit über alle Ufer getreten –, da blieben die Fluten des Jordan stehen. Das von oben herabkommende Wasser stand wie ein Wall in weiter Entfernung, bei der Stadt Adam, die in der Nähe von Zaretan liegt. Die zum Meer der Araba, zum Salzmeer, hinabfliessenden Fluten dagegen liefen vollständig ab und das Volk zog Jericho gegenüber durch den Jordan. Die Priester, die die Bundeslade des Herrn trugen, standen, während ganz Israel trockenen Fusses hindurchzog, fest und sicher mitten im Jordan auf trockenem Boden, bis das ganze Volk den Jordan durchschritten hatte.

Ein neues Ostern

Die Einwanderung der israelitischen Stämme ins gelobte Land erfolgte, wie wir aus andern Berichten wissen, langsam und mühsam. Doch der Verfasser schildert das Überschreiten des Jordan als Gegenstück zum Durchzug durch das Rote Meer, der die österliche Befreiung besiegelte. So wird jetzt der Durchzug durch den Jordan wie eine österliche Einzugsprozession mit der Bundeslade an der Spitze des Zuges geschildert. Es ist Auszug aus dem Land der Unfreiheit und Führung durch die Bundeslade (Gegenwart Gottes!) In Israel bleibt also der Glaube erhalten, dass Gott auch in Zukunft befreiend über seinem Volk wachen wird. (Frisque; Schott; Stuttgarter AT)

Antwortspalm

Psalm 114,1–6


R: Halleluja!


Als Israel aus Ägypten auszog,
Jakobs Haus aus dem Volk mit fremder Sprache,
da wurde Juda Gottes Heiligtum,
Israel das Gebiet seiner Herrschaft.

Das Meer sah es und floh,
der Jordan wich zurück.
Die Berge hüpften wie Widder,
die Hügel wie junge Lämmer.

Was ist mit dir, Meer, dass du fliehst,
und mit dir, Jordan, dass du zurückweichst?
Ihr Berge, was hüpft ihr wie Widder,
und ihr Hügel, wie junge Lämmer?

Ruf vor dem Evangelium

Halleluja. Halleluja. Herr, lass dein Angesicht leuchten über deinem Knecht, und lehre mich deine Gesetze! Halleluja.

Evangelium

Mt 18,21–19,1

Von der Pflicht zur Vergebung – Das Gleichnis vom unbarmherzigen Gläubiger

Petrus trat zu Jesus und fragte: Herr, wie oft muss ich meinem Bruder vergeben, wenn er sich gegen mich versündigt? Siebenmal? Jesus sagte zu ihm: Nicht siebenmal, sondern siebenundsiebzigmal.

Mit dem Himmelreich ist es deshalb wie mit einem König, der beschloss, von seinen Dienern Rechenschaft zu verlangen. Als er nun mit der Abrechnung begann, brachte man einen zu ihm, der ihm zehntausend Talente schuldig war. Weil er aber das Geld nicht zurückzahlen konnte, befahl der Herr, ihn mit Frau und Kindern und allem, was er besass, zu verkaufen und so die Schuld zu begleichen. Da fiel der Diener vor ihm auf die Knie und bat: Hab Geduld mit mir! Ich werde dir alles zurückzahlen. Der Herr hatte Mitleid mit dem Diener, liess ihn gehen und schenkte ihm die Schuld. Als nun der Diener hinausging, traf er einen anderen Diener seines Herrn, der ihm hundert Denare schuldig war. Er packte ihn, würgte ihn und rief: Bezahl, was du mir schuldig bist! Da fiel der andere vor ihm nieder und flehte: Hab Geduld mit mir! Ich werde es dir zurückzahlen. Er aber wollte nicht, sondern ging weg und liess ihn ins Gefängnis werfen, bis er die Schuld bezahlt habe. Als die übrigen Diener das sahen, waren sie sehr betrübt; sie gingen zu ihrem Herrn und berichteten ihm alles, was geschehen war. Da liess ihn sein Herr rufen und sagte zu ihm: Du elender Diener! Deine ganze Schuld habe ich dir erlassen, weil du mich so angefleht hast. Hättest nicht auch du mit jenem, der gemeinsam mit dir in meinem Dienst steht, Erbarmen haben müssen, so wie ich mit dir Erbarmen hatte? Und in seinem Zorn übergab ihn der Herr den Folterknechten, bis er die ganze Schuld bezahlt habe. Ebenso wird mein himmlischer Vater jeden von euch behandeln, der seinem Bruder nicht von ganzem Herzen vergibt.

Als Jesus diese Reden beendet hatte, verliess er Galiläa und zog in das Gebiet von Judäa jenseits des Jordan.

Tolerieren und vergeben

Petrus ist bereit zu verzeihen, aber nicht zu oft. Doch Jesus wünscht, dass seine Jünger nicht aufrechnen, wie oft sie vergeben. Jesus setzt anders an. Wichtig ist die Einfühlungsgabe in die Situation des andern. Sind wir nicht selber auf die Nachsicht anderer und besonders auf das Erbarmen Gottes angewiesen? Dieses Wissen hilft uns, andere zu verstehen, ihre Fehlerhaftigkeit zu tolerieren und ihnen zu vergeben. – Benedikt ruft dazu auf, gegenseitig die Fehler mit grosser Geduld zu ertragen. So entsteht unter den Augen Gottes eine Gemeinschaft, die solidarisch ist im Tolerieren und Vergeben. – Wir sollten auch nicht fragen, „wie oft muss ich“ einen Dienst erweisen, eine Person akzeptieren, eine Türe öffnen, etwas richtig stellen…

Fürbitten

Christus, du hast die Schuld der Menschen auf dich genommen:

  • Hilf allen Gliedern der Kirche zu Toleranz und zu Grossmut im Verzeihen.
  • Erleuchte Behörden und Gerichte, wenn sie entscheiden müssen, wer im Recht ist.
  • Mache uns dankbar für die Vergebung Gottes und feinfühlig für die Probleme anderer.
  • Mache uns bereit, nicht kleinlich zu sein, wenn andere gegen uns gefehlt haben.

Vater des Erbarmens und Gott allen Trostes. Erhöre unser Gebet, das wir im Namen Jesu an dich richten, der du lebst und herrschest in alle Ewigkeit.

Schlussgebet

Barmherziger Gott, in den heiligen Gaben empfangen wir neue Kraft. Bleibe bei uns in aller Gefahr und versage uns nie deine Hilfe, damit wir der ewigen Erlösung würdig werden. Darum bitten wir durch Christus, unsern Herrn.