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Gotteswort

21. Juli 2017


Freitag der 15. Woche im Jahreskreis

Menschen, auch Christen, auch Geistliche, sind oft versucht, es bei äusseren Riten und Zeremonien bewenden zu lassen und am Sinn des Gottesdienstes vorbei zu gehen. Die heutigen Lesungen eröffnen eine andere Perspektive.

Hl. Laurentius von Bríndisi (g)

Ordenspriester, Kirchenlehrer

Laurentius von Bríndisi, ein Kapuziner, war ein ausgezeichneter Theologe und Prediger. Nach dem Dienst als Provinzial für die Schweiz wurde er Ordensgeneral. Seinen Orden führte er in den österreichischen Landen und in Bayern ein. In Wort und Schrift stärkte er die katholische Reform und setzte sich für die Türkenabwehr ein. + 1619.

Kyrie

Christus, du verkündest die Barmherzigkeit Gottes. Herr, erbarme dich.
Du bist das wahre Osterlamm. Christus, erbarme dich.
Dein Kreuz ist das Bundeszeichen unserer Erlösung. Herr, erbarme dich.

Tagesgebet

Gott, du ewige Weisheit und Liebe, gib uns die Gnade, dass wir nach dem Vorbild des heiligen Bonaventura beharrlich deine Wahrheit suchen und nach immer grösserer Liebe streben. Darum bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn, unsern Herrn und Gott, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

1. Lesung

Ex 11,10–12,14

Das Pascha

Mose und Aaron vollbrachten alle diese Wunder vor den Augen des Pharao, aber der Herr verhärtete das Herz des Pharao, sodass er die Israeliten nicht aus seinem Land fortziehen liess.

Der Herr sprach zu Mose und Aaron in Ägypten: Dieser Monat soll die Reihe eurer Monate eröffnen, er soll euch als der erste unter den Monaten des Jahres gelten.

Sagt der ganzen Gemeinde Israel: Am Zehnten dieses Monats soll jeder ein Lamm für seine Familie holen, ein Lamm für jedes Haus. Ist die Hausgemeinschaft für ein Lamm zu klein, so nehme er es zusammen mit dem Nachbarn, der seinem Haus am nächsten wohnt, nach der Anzahl der Personen. Bei der Aufteilung des Lammes müsst ihr berücksichtigen, wie viel der Einzelne essen kann.

Nur ein fehlerfreies, männliches, einjähriges Lamm darf es sein, das Junge eines Schafes oder einer Ziege müsst ihr nehmen. Ihr sollt es bis zum vierzehnten Tag dieses Monats aufbewahren. Gegen Abend soll die ganze versammelte Gemeinde Israel die Lämmer schlachten.

Man nehme etwas von dem Blut und bestreiche damit die beiden Türpfosten und den Türsturz an den Häusern, in denen man das Lamm essen will. Noch in der gleichen Nacht soll man das Fleisch essen. Über dem Feuer gebraten und zusammen mit ungesäuertem Brot und Bitterkräutern soll man es essen. Nichts davon dürft ihr roh oder in Wasser gekocht essen, sondern es muss über dem Feuer gebraten sein. Kopf und Beine dürfen noch nicht vom Rumpf getrennt sein. Ihr dürft nichts bis zum Morgen übrig lassen. Wenn aber am Morgen noch etwas übrig ist, dann verbrennt es im Feuer!

So aber sollt ihr es essen: eure Hüften gegürtet, Schuhe an den Füssen, den Stab in der Hand. Esst es hastig! Es ist die Paschafeier für den Herrn.

In dieser Nacht gehe ich durch Ägypten und erschlage in Ägypten jeden Erstgeborenen bei Mensch und Vieh. Über alle Götter Ägyptens halte ich Gericht, ich, der Herr. Das Blut an den Häusern, in denen ihr wohnt, soll ein Zeichen zu eurem Schutz sein. Wenn ich das Blut sehe, werde ich an euch vorübergehen und das vernichtende Unheil wird euch nicht treffen, wenn ich in Ägypten dreinschlage.

Diesen Tag sollt ihr als Gedenktag begehen. Feiert ihn als Fest zur Ehre des Herrn! Für die kommenden Generationen macht euch diese Feier zur festen Regel!

Das befreiende Pascha–Mahl

Der Bericht über das Pascha–Mahl beim Auszug stammt aus später Zeit, erinnert aber an die von Gott gewirkte Befreiung aus der Knechtschaft in Ägypten. Das Blut des Lammes bewahrt vor dem Tod. Das österliche Mahl war Zeichen der Einheit des Volkes und Zeichen des Aufbruchs. – Das Abendmahl Jesu nimmt diese Erinnerung Israels auf; es verweist auf die am Kreuz zu vollbringende Befreiung der Menschen aus der Macht von Sünde und Tod.

Antwortspalm

Psalm 116, 12–13.15-16b.17-18


R: Den Kelch des Herrn will ich erheben und anrufen den Namen des Herrn.


Wie kann ich dem Herrn all das vergelten,
was er mir Gutes getan hat?
Ich will den Kelch des Heils erheben
und anrufen den Namen des Herrn.
Ich will dem Herrn meine Gelübde erfüllen
offen vor seinem ganzen Volk.

Kostbar ist in den Augen des Herrn
das Sterben seiner Frommen.
Ach Herr, ich bin doch dein Knecht,
dein Knecht bin ich, der Sohn deiner Magd.

Ich will dir ein Opfer des Dankes bringen
und anrufen den Namen des Herrn.
Ich will dem Herrn meine Gelübde erfüllen
offen vor seinem ganzen Volk.

Ruf vor dem Evangelium

Halleluja. Halleluja. Meine Schafe hören auf meine Stimme; ich kenne sie und sie folgen mir. Halleluja.

Evangelium

Mt 12,1–8

Das Abreissen der Ähren am Sabbat

In jener Zeit ging Jesus an einem Sabbat durch die Kornfelder. Seine Jünger hatten Hunger; sie rissen deshalb Ähren ab und assen davon.

Die Pharisäer sahen es und sagten zu ihm: Sieh her, deine Jünger tun etwas, das am Sabbat verboten ist.

Da sagte er zu ihnen: Habt ihr nicht gelesen, was David getan hat, als er und seine Begleiter hungrig waren – wie er in das Haus Gottes ging und wie sie die heiligen Brote assen, die weder er noch seine Begleiter, sondern nur die Priester essen durften?

Oder habt ihr nicht im Gesetz gelesen, dass am Sabbat die Priester im Tempel den Sabbat entweihen, ohne sich schuldig zu machen? Ich sage euch: Hier ist einer, der grösser ist als der Tempel.

Wenn ihr begriffen hättet, was das heisst: Barmherzigkeit will ich, nicht Opfer, dann hättet ihr nicht Unschuldige verurteilt; denn der Menschensohn ist Herr über den Sabbat.

Herr des Sabbats und des Tempels

Jesus macht den unantastbaren Sabbat zu dem, was er eigentlich sein sollte: nämlich zu einem Tag der Ruhe und der Freude, des Feierns und der guten Werke, zu einem Tag, an dem wir Gott die Ehre geben. Die Propheten und Jesus selber relativieren das damalige Tieropferwesen im Tempel. Opfer darbringen hilft nicht, wenn man es an der Gerechtigkeit fehlen lässt. Mit wenigen Worten könnte man den Inhalt des Evangeliums konkretisieren: Priorität der Barmherzigkeit und des Menschen über Opfer und Gesetz, auch über das Sabbatgesetz. Aber aufgepasst: Vertreter anderer Religionen scheinen heute in ihrer religiösen Praxis die Christen oft weit zu überholen. Was sich heute am Sonntag abspielt, der dem Sabbat vergleichbar ist, stellt dem so genannten christlichen Abendland ein Armutszeugnis aus.

Fürbitten

Herr Jesus Christus, Du hast uns durch deinen Tod am Kreuz erlöst. Wir bitten dich:

  • Für die Gläubigen, damit sie dankbar das österliche Mahl der Eucharistie feiern.
  • Für alle Menschen, damit sie zu mehr Gerechtigkeit und Barmherzigkeit finden.
  • Für Einsame und Verzweifelte, damit sie Wohlwollen und Hilfe erfahren.
  • Für uns selber, damit wir in der Freiheit der Kinder Gottes österliche Freude weiter geben.

Barmherziger Gott, erhöre unser Gebet und führe uns auf dem Weg deines Sohnes. So bitten wir im Heiligen Geist, durch ihn, Christus, unsern Herrn.

Schlussgebet

Herr, unser Gott, wir danken dir für die heilige Gabe. Lass deine Heilsgnade in uns wachsen, sooft wir diese Speise empfangen. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.