Gemeinschaft

Seelsorge

Kultur

Schulen/Betriebe

Umfeld
Gottes Wort
Mittwoch
Donnerstag
Freitag
Samstag
Sonntag
Montag
Dienstag

>> Home

[ print ]

 

Gotteswort

23. Mai 2017


Dienstag der 6. Osterwoche

Nach der ersten Lesung schien das Ende der Missionstätigkeit gekommen, doch am Schluss des Berichtes herrscht bei einem gemeinsamen Mahl die Glaubensfreude. – Nach dem Evangelium hat Trauer das Herz der Jünger beschlichen, sie kann aber in der Kraft des Geistes überwunden werden.

Kyrie

Christus, du bist der Gesandte des Vaters. Herr, erbarme dich.
Du bist unser Retter. Christus, erbarme dich.
Du sendest den Heiligen Geist, den Beistand. Herr, erbarme dich

Tagesgebet

Allmächtiger Gott, lass die österliche Freude in uns fortdauern, denn du hast deiner Kirche neue Lebenskraft geschenkt und die Würde unserer Gotteskindschaft in neuem Glanz erstrahlen lassen. Gib, dass wir den Tag der Auferstehung voll Zuversicht erwarten als einen Tag des Jubels und des Dankes. Darum bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn, unseren Herrn und Gott, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

1. Lesung

Apg 16,22–34

Paulus in Philippi

Da erhob sich das Volk gegen Paulus und Silas, und die obersten Beamten liessen ihnen die Kleider vom Leib reissen und befahlen, sie mit Ruten zu schlagen. Sie liessen ihnen viele Schläge geben und sie ins Gefängnis bringen; dem Gefängniswärter befahlen sie, sie in sicherem Gewahrsam zu halten. Auf diesen Befehl hin warf er sie in das innere Gefängnis und schloss zur Sicherheit ihre Füsse in den Block.

Um Mitternacht beteten Paulus und Silas und sangen Loblieder; und die Gefangenen hörten ihnen zu. Plötzlich begann ein gewaltiges Erdbeben, sodass die Grundmauern des Gefängnisses wankten. Mit einem Schlag sprangen die Türen auf und allen fielen die Fesseln ab.

Als der Gefängniswärter aufwachte und alle Türen des Gefängnisses offen sah, zog er sein Schwert, um sich zu töten; denn er meinte, die Gefangenen seien entflohen. Da rief Paulus laut: Tu dir nichts an! Wir sind alle noch da. Jener rief nach Licht, stürzte hinein und fiel Paulus und Silas zitternd zu Füssen. Er führte sie hinaus und sagte: Ihr Herren, was muss ich tun, um gerettet zu werden? Sie antworteten: Glaube an Jesus, den Herrn und du wirst gerettet werden, du und dein Haus.

Und sie verkündeten ihm und allen in seinem Haus das Wort Gottes. Er nahm sie in jener Nachtstunde bei sich auf, wusch ihre Striemen und liess sich sogleich mit allen seinen Angehörigen taufen. Dann führte er sie in seine Wohnung hinauf, liess ihnen den Tisch decken und war mit seinem ganzen Haus voll Freude, weil er zum Glauben an Gott gekommen war.

Petrus und Paulus

Paulus hatte eine Sklavin, die ihren Herren durch Wahrsagerei viel Geld einbrachte, vom bösen Geist befreit. Deswegen wurde gegen die fremden „Juden“ (Antijudaismus!) gehetzt. – Lukas erzählt von Paulus gern Episoden, in denen er Petrus ähnlich ist, so bei der Abwehr von Zauberei (Apg 8,18ff) und bei der Befreiung aus dem Gefäningnis (Apg 12,1ff). Beide Apostel durften erfahren, dass Christus stärker ist als alle dunklen Mächte, und sie erfuhren die Freude der messianischen Zeit, in der Gefangene befreit werden. Wahrscheinlich will Lukas die Anhänger des Petrus und die Anhänger des Paulus (Juden- und Heidenchristen) anhalten, sich gemeinsam (nicht gegeneinander) für den einen Herrn einzusetzen. (Frisque) Bedeutsam sind auch der Bericht über das nächtliche Gotteslob und über Glauben und Taufe eines ganzen „Hauses“(Familie und Gesinde).

Antwortspalm

Psalm 138, 1–3.7c-8


R: Herr, deine Rechte hat mir geholfen.


Ich will dir danken aus ganzem Herzen,
dir vor den Engeln singen und spielen;
ich will mich niederwerfen
zu deinem heiligen Tempel hin
und deinem Namen danken
für deine Huld und Treue.

Denn du hast die Worte meines Mundes gehört,
deinen Namen und dein Wort über alles verherrlicht.
Du hast mich erhört an dem Tag, als ich rief;
du gabst meiner Seele grosse Kraft.

Du streckst die Hand aus gegen meine wütenden Feinde
und deine Rechte hilft mir.
Der Herr nimmt sich meiner an.
Herr, deine Huld währt ewig.
Lass nicht ab vom Werk deiner Hände!

Ruf vor dem Evangelium

Halleluja. Halleluja. Ich werde den Geist der Wahrheit zu euch senden. Er wird euch in die ganze Wahrheit führen. Halleluja.

Evangelium

Joh 16,5–11

Der Geist als Beistand

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Jetzt gehe ich zu dem, der mich gesandt hat, und keiner von euch fragt mich: Wohin gehst du? Vielmehr ist euer Herz von Trauer erfüllt, weil ich euch das gesagt habe. Doch ich sage euch die Wahrheit: Es ist gut für euch, dass ich fortgehe. Denn wenn ich nicht fortgehe, wird der Beistand nicht zu euch kommen; gehe ich aber, so werde ich ihn zu euch senden.

Und wenn er kommt, wird er die Welt überführen (und aufdecken), was Sünde, Gerechtigkeit und Gericht ist; Sünde: dass sie nicht an mich glauben; Gerechtigkeit: dass ich zum Vater gehe und ihr mich nicht mehr seht; Gericht: dass der Herrscher dieser Welt gerichtet ist.

Der Beistand in einem Prozess der Krisis

Wieder spricht das Evangelium vom Gehen und (Wieder–) Kommen Jesu. Hintergründig geht es um die Vorstellung eines Gerichtsverfahrens zwischen Gott und „Welt“ (Krisis / Scheidung). „Beistand“ für jene, die auf der Seite Gottes stehen, ist zunächst Jesus, später ist es der Heilige Geist. Er tritt für die Jünger ein, wenn ihnen, ähnlich wie Jesus, der „Prozess“ (vgl. 16,2: Ausstossung aus der Synagoge, Tötung) gemacht wird. Doch wird der positive Ausgang betont, speziell die „Gerechtigkeit“, die Jesus im Gegensatz zur „Welt“ erfahren durfte, denn Gott hat ihn auferweckt.

Fürbitten

Herr Jesus Christus, du hast uns den Beistand des Heiligen Geistes verheissen: Wir bitten dich:

  • Für die Gefangenen: Eröffne ihnen eine neue Zukunft.
  • Für alle, die den Glauben verkünden: Hilf ihnen, Freude zu bringen.
  • Für alle, deren Herz bedrückt ist: Stärke sie im Glauben an dich.
  • Für uns selber: Erhalte uns die österliche Glaubensfreude, wenn wir geprüft werden.

Gott, unser Vater wir glauben an Jesus, deinen Sohn. So rette uns aus aller Not von Leib oder Seele. Im Heiligen Geist, durch Jesus Christus, unsern Herrn.

Schlussgebet

Gütiger Gott, durch das Werk der Erlösung hast du unsere Schuld getilgt und uns deine Gnade geschenkt. Die Feier der Geheimnisse Christi stärke uns in diesem Leben und schenke uns die ewige Freude. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.