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Gotteswort

25. März 2017


Samstag der 3. Fastenwoche

Beide Lesungen warnen vor der Pseudofrömmigkeit. Vor allem dürfen gute Werke asketischer oder karitativer Art nicht pervertiert werden, um sich von dem echten Einschwenken auf den Weg Gottes zu dispensieren oder um sich zur Schau zu stellen.

Kyrie

Christus, du heilst Wunden, die Menschen zufügen. Herr, erbarme dich.
Dein Licht schafft Gerechtigkeit unter den Menschen. Christus, erbarme dich.
Du hast dich erniedrigt und bist vom Vater erhört worden. Herr, erbarme dich.

Tagesgebet

Gütiger Gott, in geistlicher Freude begehen wir diese Tage der Busse. Gib, dass wir aus dem österlichen Geheimnis leben, damit uns sein voller Gnadenreichtum zuteil wird. Darum bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn, unsern Herrn und Gott, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

1. Lesung

Hos 6,1–6

Zurück zu Gott!

Kommt, wir kehren zum Herrn zurück! Denn er hat (Wunden) gerissen, er wird uns auch heilen; er hat verwundet, er wird auch verbinden. Nach zwei Tagen gibt er uns das Leben zurück, am dritten Tag richtet er uns wieder auf und wir leben vor seinem Angesicht. Lasst uns streben nach Erkenntnis, nach der Erkenntnis des Herrn. Er kommt so sicher wie das Morgenrot; er kommt zu uns wie der Regen, wie der Frühjahrsregen, der die Erde tränkt.

Was soll ich tun mit dir, Efraim? Was soll ich tun mit dir, Juda? Eure Liebe ist wie eine Wolke am Morgen und wie der Tau, der bald vergeht. Darum schlage ich drein durch die Propheten, ich töte sie durch die Worte meines Mundes. Dann leuchtet mein Recht auf wie das Licht. Liebe will ich, nicht Schlachtopfer, Gotteserkenntnis statt Brandopfer.

Keine Pseudo–Frömmigkeit

Der Prophet hält nichts von Bussliedern (die ersten drei Verse!), wenn das Volk seinen Gott anschliessend gleich wieder vergisst und zu einer lieblosen Tagesordnung übergeht. Hosea mahnt, auf Gott einzugehen wie er wirklich ist. Also nicht den Opferkult praktizieren, nur um ein Alibi zu haben, sondern Gottes Liebe wirklich leben. – Jesus wird diese Linie weiter ausziehen.

Antwortspalm

Psalm 51,3–4.18–21


R: Barmherzigkeit will ich, nicht Opfer.


Gott, sei mir gnädig nach deiner Huld,
tilge meine Frevel nach deinem reichen Erbarmen!
Wasch meine Schuld von mir ab
und mach mich rein von meiner Sünde!

Schlachtopfer willst du nicht,
ich würde sie dir geben;
an Brandopfern hast du kein Gefallen.
Das Opfer, das Gott gefällt,
ist ein zerknirschter Geist,
ein zerbrochenes und zerschlagenes Herz
wirst du, Gott, nicht verschmähen.

In deiner Huld tu Gutes an Zion;
bau die Mauern Jerusalems wieder auf!
Dann hast du Freude an rechten Opfern,
an Brandopfern und Ganzopfern,
dann opfert man Stiere auf deinem Altar.

Ruf vor dem Evangelium

Herr Jesus, dir sei Ruhm und Ehre! Wenn ihr heute seine Stimme hört verhärtet nicht euer Herz! Herr Jesus, dir sei Ruhm und Ehre!

Evangelium

Lk 18,9–14

Das Beispiel vom Pharisäer und vom Zöllner

In jener Zeit erzählte Jesus einigen, die von ihrer eigenen Gerechtigkeit überzeugt waren und die anderen verachteten, dieses Beispiel:

Zwei Männer gingen zum Tempel hinauf, um zu beten; der eine war ein Pharisäer, der andere ein Zöllner.

Der Pharisäer stellte sich hin und sprach leise dieses Gebet: Gott, ich danke dir, dass ich nicht wie die anderen Menschen bin, die Räuber, Betrüger, Ehebrecher oder auch wie dieser Zöllner dort. Ich faste zweimal in der Woche und gebe dem Tempel den zehnten Teil meines ganzen Einkommens.

Der Zöllner aber blieb ganz hinten stehen und wagte nicht einmal, seine Augen zum Himmel zu erheben, sondern schlug sich an die Brust und betete: Gott, sei mir Sünder gnädig!

Ich sage euch: Dieser kehrte als Gerechter nach Hause zurück, der andere nicht. Denn wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt, wer sich aber selbst erniedrigt, wird erhöht werden.

Der Pharisäer und der Zöllner

Der Pharisäer dankt, bittet aber nicht. Vornehm und selbstsicher weist er auf seine religiösen Praktiken hin, während er überheblich auf andere Menschen hinabschaut. Der Zöllner dagegen brüstet sich nicht mit Verdiensten. Er liefert sich in aller Demut Gott aus. – Dieses Gleichnis findet sich nur bei Lukas und ist als Warnung an selbstgerechte, pseudofromme Jünger gerichtet. Am Schluss führt Lukas das auch von andern Evangelisten überlieferte Wort Jesu gegen die Selbsterhöhung an. Die Pseudofrommen sollten auf den Weg Jesu wechseln.

Fürbitten

Christus, das vertrauensvolle Beten des Zöllners wurde erhört. Wir bitten:

  • Für die Verantwortlichen der Kirchen: Bewahre sie vor jeder Überheblichkeit.
  • Für alle Getauften: Hilf ihnen, deinem Beispiel der Demut zu folgen.
  • Für die Völker der Erde: Führe sie zur Achtung der Menschenrechte.
  • Für uns alle: Bewahre uns vor Stolz und Selbstgerechtigkeit.

Gütiger Gott, wir erheben unsere Augen und Herzen zu dir und bitten um dein Erbarmen, im Heiligen
Geist, durch Christus, unseren Herrn.

Schlussgebet

Barmherziger Gott, gib, dass wir das Heilige, das wir immer wieder neu von dir empfangen, auch heilig halten und es immer mit gläubigem Herzen aufnehmen. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.