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Gotteswort

25. März 2017


Verkündigung des Herrn (H)

Verkündigung des Herrn: Neun Monate vor der Geburt Jesu wird das Fest der Verkündigung gefeiert, in der Ostkirche bereits um 550, in Rom vom 7. Jahrhundert an.– Maria, Vertreterin ihres Volkes und der Menschheit, hat mit einem Ja auf die Ankündigung ihrer Erwählung zur Mutter des Messias, des Gottessohnes geantwortet. Alles im Leben Marias hat in dieser Erwählung seinen Ursprung oder die Begründung. (vgl. Schott)

Wir sind nur wirklich erlöst, wenn Jesus in seiner Person wahrer Gott und zugleich wahrer Mensch ist, wenn sich der Ewige in seinem Wort leibhaftig mit uns verbündet hat, und wenn unser sterbliches Wesen mit ihm in die Herrlichkeit Gottes eingehen darf.

Kyrie

Christus, du bist Gottes ewiges Wort. Herr, erbarme dich.
Der Engel brachte die Botschaft von deiner Menschwerdung. Christus, erbarme dich.
Empfangen vom Heiligen Geist, hat dich Maria geboren. Herr, erbarme dich.

Tagesgebet

Gott, du bist gross und unbegreiflich. Nach deinem Willen ist dein ewiges Wort im Schoss der Jungfrau Maria Mensch geworden. Gläubig bekennen wir, dass unser Erlöser wahrer Gott und wahrer Mensch ist. Mache uns würdig, Anteil zu erhalten an seinem göttlichen Leben. Darum bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn, unsern Herrn und Gott, der in der Einheit des heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

1. Lesung

Jes 7,10–14

Die Weissagung über den Immanuel

Der Herr sprach noch einmal zu Ahas; er sagte: Erbitte dir vom Herrn, deinem Gott, ein Zeichen, sei es von unten, aus der Unterwelt, oder von oben, aus der Höhe. Ahas antwortete: Ich will um nichts bitten und den Herrn nicht auf die Probe stellen.

Da sagte Jesaja: Hört her, ihr vom Haus David! Genügt es euch nicht, Menschen zu belästigen? Müsst ihr auch noch meinen Gott belästigen? Darum wird euch der Herr von sich aus ein Zeichen geben: Seht, die Jungfrau wird ein Kind empfangen, sie wird einen Sohn gebären und sie wird ihm den Namen Immanuel (Gott mit uns) geben.

Gott mit uns

Schon die jüdische Tradition hat diesen Text immer wieder zu deuten versucht, denn hier bildet sich in der Verbindung von Jahwe–Glauben und Dynastie die messianische Hoffnung Israels aus. Der Text ist auch für Matthäus und Lukas wichtig. Ausgangspunkt war ein bestimmtes Ereignis. Jesaja wollte König Ahas mit dem Angebot eines „Zeichens“ Mut machen. Der König lehnt ungläubig ab. Trotzdem setzt Gott das Immanuel–Zeichen. Jesaja dachte wohl an eine Geburt im Königshaus. Aber die gottgewollte messianische Hoffnung reicht weiter. Der Immanuel wird das Zeichen der Treue Gottes sein. Vom Volk wird nichts anderes als Glauben erwartet. Die Messias–Hoffnung gründet im Glauben, nicht in nationalistischen Hoffnungen.

Antwortspalm

Psalm 40,7–11


R: Mein Gott, ich komme; deinen Willen zu tun macht mir Freude.


An Schlacht- und Speiseopfern
hast du kein Gefallen,
Brand- und Sündopfer forderst du nicht.
doch das Gehör hast du mir eingepflanzt;
darum sage ich: Ja, ich komme.
In dieser Schriftrolle steht, was an mir geschehen ist.

Deinen Willen zu tun, mein Gott, macht mir Freude,
deine Weisung trag ich im Herzen.
Gerechtigkeit verkünde ich in grosser Gemeinde,
meine Lippen verschliesse ich nicht;
Herr, du weisst es.

Deine Gerechtigkeit verberge ich nicht im Herzen,
ich spreche von deiner Treue und Hilfe,
ich schweige nicht über deine Huld und Wahrheit
vor der grossen Gemeinde.

2. Lesung

Hebr 10,4–10

Der Gott wohlgefällige Opferdienst

Das Blut von Stieren und Böcken kann unmöglich Sünden wegnehmen. Darum spricht Christus bei seinem Eintritt in die Welt: Schlacht- und Speiseopfer hast du nicht gefordert, doch einen Leib hast du mir geschaffen; an Brand- und Sündopfern hast du kein Gefallen. Da sagte ich: Ja, ich komme – so steht es über mich in der Schriftrolle –, um deinen Willen, Gott, zu tun. Zunächst sagt er: Schlacht- und Speiseopfer, Brand- und Sündopfer forderst du nicht, du hast daran kein Gefallen, obgleich sie doch nach dem Gesetz dargebracht werden; dann aber hat er gesagt: Ja, ich komme, um deinen Willen zu tun. So hebt Christus das Erste auf, um das Zweite in Kraft zu setzen. Aufgrund dieses Willens sind wir durch die Opfergabe des Leibes Jesu Christi ein für alle Mal geheiligt.

Ein anderes Opfer

Der Opferkult im Tempel von Jerusalem hat sich nach dem Exil geändert. Er war materiell nicht mehr aufwändig, dafür von Dank, Hingabe und Bitte geprägt. Nach Psalm 40 ist es besser so. Denn Gott erwartet nicht Brand- und Speiseopfer, wohl aber die Bereitschaft seinen Willen zu erfüllen. Jesus ist das Vorbild. Er war als „Wort“ bereit zum Erniedrigung in die Menschenwelt. Mensch geworden, ist er der Sendung, die ihm der Vater übertragenen hat, bis in den Tod treu geblieben. In diesem Licht erklärt der Hebräerbrief mit Worten von Psalm 40 die Opferhingabe Jesu am Kreuz, die zur höchsten Gemeinschaft mit Gott (Heiligung) führte.

Ruf vor dem Evangelium

Christus, du ewiges Wort des Vaters, Ehre sei dir! Das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt, und wir haben seine Herrlichkeit geschaut. Christus, du ewiges Wort des Vaters, Ehre sei dir!

Evangelium

Lk 1,26–38

Die Verheissung der Geburt Jesu

Im sechsten Monat wurde der Engel Gabriel von Gott in eine Stadt in Galiläa namens Nazaret zu einer Jungfrau gesandt. Sie war mit einem Mann namens Josef verlobt, der aus dem Haus David stammte. Der Name der Jungfrau war Maria.

Der Engel trat bei ihr ein und sagte: Sei gegrüsst, du Begnadete, der Herr ist mit dir. Sie erschrak über die Anrede und überlegte, was dieser Gruss zu bedeuten habe. Da sagte der Engel zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria; denn du hast bei Gott Gnade gefunden. Du wirst ein Kind empfangen, einen Sohn wirst du gebären: dem sollst du den Namen Jesus geben. Er wird gross sein und Sohn des Höchsten genannt werden. Gott, der Herr, wird ihm den Thron seines Vaters David geben. Er wird über das Haus Jakob in Ewigkeit herrschen und seine Herrschaft wird kein Ende haben.

Maria sagte zu dem Engel: Wie soll das geschehen, da ich keinen Mann erkenne? Der Engel antwortete ihr: Der Heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten. Deshalb wird auch das Kind heilig und Sohn Gottes genannt werden. Auch Elisabet, deine Verwandte, hat noch in ihrem Alter einen Sohn empfangen; obwohl sie als unfruchtbar galt, ist sie jetzt schon im sechsten Monat. Denn für Gott ist nichts unmöglich.

Da sagte Maria: Ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast. Danach verliess sie der Engel.

Die Tochter Jerusalem

Dieses Evangelium ist voller Anspielungen an das alte Testament. Worte der Propheten Zefania oder Sacharja finden Anwendung auf Maria; sie verkörpert das neue Jerusalem, die Tochter Zion; sie wird beglückwünscht („Freue dich“, Chaire; Ave), weil sie die Erbin der alten Verheissungen ist. Auf Maria findet das Jesaja–Wort über die „junge Frau“ Anwendung, die den Immanuel gebären wird. Lukas spricht nun mit dem griechischen Ausdruck von der „Jungfrau“. Sie tritt als Partnerin Gottes auf, damit es so zu einem neuen Bund kommen kann. Ihrem Sohn werden die alten Königstitel Israels zugesprochen. Die Ankündigung Jesu übertrifft bei weitem die parallele Ankündigung des Johannes. Die frühen Christen hörten aus dieser Meditation heraus, dass sich mit dem Kommen Jesu die alten Verheissungen erfüllen. Sie hören heraus, dass Gott der Vater Jesu ist.

Fürbitten

Christus, Sohn der Jungfrau Maria:

  • Erleuchte die Christen mit dem Licht des Heiligen Geistes, damit sie dein Wort hören und befolgen.
  • Hilf den Behörden, allen Familien ausreichenden Wohn- und Lebensraum zu sichern.
  • Segne jene Mütter, die behinderte Kinder betreuen.
  • Gib, dass Gottes Wort in uns selber reiche Frucht trägt.

Barmherziger Gott, die selige Jungfrau Maria hat dein ewiges Wort empfangen. Die Mutter Jesu sei unsere Fürsprecherin. So bitten wir im Heiligen Geist, durch Christus, unsern Herrn.

Schlussgebet

Ewiger Gott, bewahre, was du uns im Sakrament des Glaubens geschenkt hast. Lass uns festhalten am Bekenntnis, dass dein Son, den die Jungfrau empfangen hat, wahrer Gott und wahrer Mensch ist, und führe uns in der Kraft seiner Auferstehung zur ewigen Freude. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.