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Priesterweihe von P. Mauritius und P. Philipp

Fotos > siehe weiter unten

"... damit sie mit ihm seien und damit er sie sende zum Verkündigen". Dies ist nach dem Markusevangelium der Sinn und die Aufgabe jener Menschen, die Jesus in besonderer Weise ruft und beauftragt. Diese zwei Seiten der Berufung kamen gut zum Ausdruck, als am letzten Samstag in der Klosterkirche die zwei Patres Mauritius Honegger und Philipp Steiner zu Priestern geweiht wurden.

Die Feier in der Kirche, die von Bischof Amedée Grab geleitet wurde, gab vielen Menschen Zeit, um "bei ihm" zu sein. Denn die Schar der Gäste war gross: Die Angehörigen der beiden Neupriester, ihre Gäste aus vielen Ländern, Klöstern und Schulen, in denen die beiden ihr Studiums gemacht haben, eine grössere Zahl Mönche aus dem Kloster Disentis, die einen Ausflug zum Bestehen ihres Klosters seit 1400 Jahren hierher machten, und die Klosterkirche voll Menschen, die zur Weihe gekommen waren. Alle diese Menschen konnten erfahren, welches Geschenk es ist, "bei ihm" zu sein. Denn die Feier war lang und gab Gelegenheit, auf verschiedene Weise im Geheimnis der göttlichen Gegenwart zu verweilen: Im Hören der lateinischen Gesänge des Chores, im aktiven Mitsingen deutscher Lieder, im meditativen Verweilen während den Anrufungen der Allerheiligen Litanei und vor allem während dem einfachen Höhepunkt der Weihehandlung, wo der Bischof und alle anwesenden Priester den Weihekandidaten schweigend die Hände auflegen. Dieser ergreifende Gestus drückt mehr als alle Gebete, Gesänge und Worte aus, was es bedeutet, zum Priester geweiht zu werden: Menschen werden hineingenommen in die Gemeinschaft anderer, die schon Jahre und Jahrzehnte "bei ihm" sein dürfen und sich nun senden lassen, um zu verkündigen, dass sich Gott in Jesus allen Menschen zuwendet und sich ihnen als heilendes und Leben spendendes Geheimnis schenken will.

Diese zweite Seite des Priesteramtes, nämlich sich senden zu lassen zum Verkündigen, kam im zweiten Teil der Feier zum Ausdruck. Die grosse Zahl der Gäste kam in der Gartenhalle der Stiftsschule und auf dem anliegenden Platz zusammen und feierte bei einem Apéro riche das, was Jesus selber immer wieder gefeiert hat: das frohe, dankbare Zusammensein mit Menschen bei Essen und Trinken. Was Priester im Auftrag Jesu zu verkündigen haben, ist nicht in erster Linie eine Lehre von Gott und der Kirche, sind nicht Vorschriften und Regeln für gutes Benehmen und Frömmigkeit: was Jesus verkündet hat, und was Priester weitergeben dürfen ist die Botschaft, dass Gott bei den Menschen ist, dass es keine Situation und keinen Augenblick gibt, wo er nicht als rettende Gegenwart da ist. Die Verkündigung, die den Priestern anvertraut ist, geschieht in der Feier des Gottesdienstes, in der Predigt, in Belehrung, im verständnisvollen, einfühlsamen Begleiten bei Leiden und Trauer, in Auseinandersetzungen und Gesprächen um Fragen von Leben und Tod, im frohen Zusammensein und im gemeinsamen Feiern.

Die zwei Neupriester und die Klostergemeinschaft zusammen mit vielen Mitarbeitenden haben durch die eindrucksvolle Gestaltung der Weihe, die ergreifenden Gesänge und Gebete, den ruhigen Vollzug der ganzen Handlung, den Einbezug vieler Menschen und die festliche Stimmung bei Essen und Trinken spürbar verständlich gemacht, dass Priester "bei ihm" sein dürfen und aus dieser Gemeinschaft mit ihm auf vielfältige Weise Gottes Liebe verkünden können.