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Gesamtsanierung Propstei St. Gerold/Vorarlberg

Medienmitteilung

(Propstei St. Gerold/Vorarlberg, 6. November 2014) Am 6. November 2014 haben Abt Dr. Urban Federer, Abt des Benediktinerstiftes Maria Einsiedeln in der Schweiz, und Propst P. Kolumban Reichlin die Gesamtsanierung der seit dem 13. Jahrhundert zum Kloster Einsiedeln gehörenden Propstei in St. Gerold im Grossen Walsertal/Vorarlberg vorgestellt. Mit der Sanierung soll sichergestellt werden, dass die über die Landesgrenzen hinaus bekannte Propstei – eine Perle benediktinischer Kultur und Gastfreundschaft – auch in Zukunft ihre wichtige Aufgabe erfüllen kann.

Propstei als Teil des Klosters Einsiedeln

Am Eingang zum Grossen Walsertal im Bundesland Vorarlberg liegt die zum Kloster Einsiedeln in der Schweiz gehörende und auf 850 m Höhe gelegene Propstei St. Gerold, deren Gründung nach der Legende auf das 10. Jahrhundert zurückgeht. Die Propstei St. Gerold gehört seit dem 13. Jahrhundert zu Einsiedeln. Heute zeigt sie sich als eine weit über die Landesgrenzen hinaus bekannte und geschätzte Perle benediktinischer Kultur und Gastfreundschaft.

Um dies auch in Zukunft sicherstellen zu können, wird das Kloster Einsiedeln dieses weitgehend denkmalgeschützte Bauwerk in sechs nach ihrer Dringlichkeit priorisierten Etappen mit grosser Sorgfalt und mit Respekt vor der über Jahrhunderte gewachsenen Klosteranlage sanieren. Damit will das Kloster Einsiedeln die Voraussetzung schaffen, dass das durch den heiligen Gerold grundgelegte Apostolat, Menschen auf der Sinnsuche zu begleiten, ihnen Lebensimpulse zu vermitteln und sie auf ihrer Lebensreise spirituell und materiell zu stärken, auch in Zukunft verwirklicht werden kann.

Damit die Propstei als gewachsenes Erbe langfristig ideell und materiell auf solidem Fundament weiterbestehen kann, sind umfassende Sanierungsmassnahmen unumgänglich. Aus Gründen der Wirtschaftlichkeit bedarf die personal- und kostenintensive gastronomische Infrastruktur einer Zentralisierung (Küchenumfeld, Speiseräume), muss die Bettenzahl erhöht und die Zimmerstruktur den heutigen Bedürfnissen angepasst werden. Grosser Sanierungsbedarf besteht auch in der ungenügenden Seminarinfrastruktur und in der veralteten Haustechnik mit hohen Erhaltungs- und Reparaturaufwendungen und überhöhten Betriebskosten. Bauphysikalische Mängel verursachen enorme Energieverluste und akustische Probleme. Feuchtigkeit gefährdet die historische Bausubstanz. Darüber hinaus sieht sich die Propstei auch mit behördlichen Auflagen in Bezug auf Sicherheit, Brandschutz und Blitzschutz konfrontiert, die sie zur Weiterführung des Betriebs rasch umzusetzen hat.

Sanierungsschritte

Die bauliche Gesamtsanierung soll unter möglichster Aufrechterhaltung des Propsteibetriebes in Jahresetappen ausgeführt werden. Die Arbeiten zum ersten Bauabschnitt laufen seit Juli dieses Jahres. Im Zentrum der ersten Sanierungsetappe steht die Zentralisierung der beiden Küchen und der drei Speiseräume. In der zweiten Etappe werden im Dachbereich der Herberge zusätzliche Zimmer und Betten entstehen. Diese beiden Bauvorhaben werden wesentlich dazu beitragen, die wirtschaftliche Konsolidierung des Betriebs sicherzustellen.

Im Rahmen der dritten Sanierungsetappe sind im "Riegelbau" aus dem Jahr 1696 Wohnungen für die Betriebsleitung und den Landwirt, Zimmer für Mitarbeitende und eine Werkstätte für die Hauswartung geplant. Im Fokus der vierten Etappe steht das Haupthaus mit der ältesten erhaltenen Bausubstanz. Das Propsteigebäude wird durch die Auslagerung der Küche und der Speiseräume wesentlich beschaulicher. Der Konvent, der ehemalige Speiseraum der Mönche, wird den Gästen neu als Begegnungsraum zur Verfügung stehen.

Die fünfte Bauetappe sieht bauphysikalische und akustische Optimierungen im "Wyberhus" – dem grossen Seminar-, Konzert- und Bankettraum – sowie Anpassungen in der Cafeteria vor. In der sechsten und letzten Etappe sollen auch die Aussensanierung der romanischen "Gnadenkapelle" sowie eine moderate Renovation der Kirche und des Glockenturms vorgenommen werden.

Baukosten

Der gesamte Kostenaufwand für die vordringlich auszuführenden Sanierungsetappen I bis IV wird sich auf rund Euro 15,5 Mio. belaufen. Die Finanzierung wird durch das Kloster Einsiedeln selbst, weiter durch Förderbeiträge des Landes Vorarlberg und des Bundesdenkmalamtes sowie durch Spenden zahlreicher Unternehmungen und Privatpersonen aus der Schweiz, aus Österreich und dem Fürstentum Liechtenstein erfolgen. Ohne die grosszügige Unterstützung durch Dritte könnte dieses Sanierungsprojekt nicht umgesetzt werden. Für weitere Spenden ist das Kloster Einsiedeln sehr dankbar.

Abt Dr. Urban Federer meint dazu: "Auch heute ist das Interesse des Klosters Einsiedeln an St. Gerold nicht finanzieller Natur, denn so gesehen können wir uns die Propstei gar nicht leisten. Trotzdem setzen wir uns stark für diesen einzigartigen Ort ein, wo wir viele unserer klösterlichen Ideale verwirklicht sehen. Die intakte Umgebung, die besondere Atmosphäre sowie die Ruhe und Beschaulichkeit von St. Gerold laden zu innerer Einkehr und Sinnsuche ein. Helfen Sie uns, die Propstei als einen Ort zu erhalten, wo sich Menschen unterschiedlichster Herkunft und Geisteshaltung begegnen, wo das Vertrauen in das wachsen kann, was sich nicht festhalten lässt und dem Leben Sinn und Fülle gibt. Helfen Sie uns, St. Gerold als Heimat für viele Menschen und als Begegnungsstätte zwischen Mensch und Gott zu erhalten."

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Für weitere Auskünfte: P. Kolumban Reichlin, Kloster Einsiedeln, Propstei St. Gerold, A-6722 St. Gerold, Tel. +43 (0)5550 21 21, Fax +43 (0)5550 2121 19, propsteipropstei-stgerold.at.