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Einfache Profess von Fr. Francisco Deighton

Fotos von der Feier siehe weiter unten

Hier die Ansprache von Abt Urban Federer während der Laudes:

"Denk daran!"

Lieber Nov. Edward, liebe Gäste, liebe Mitbrüder

Die Worte, die wir eben aus dem 2. Timotheusbrief gehört haben, schrieb der hl. Paulus in Ketten, aus dem Gefängnis, und vor dort kam er nicht mehr heraus; er muss diesen Brief kurz vor seinem Tod geschrieben haben. Der Brief hat damit den Charakter eines Testamentes. Timotheus wird darin von Paulus aufgerufen, treu zu bleiben in der Gnade, die ihm durch Jesus Christus geschenkt wurde, also dem Leben in Gott treu zu sein. Und Timotheus soll vor allem das, was er von ihm, Paulus, gelernt hat, anderen weitergeben.

Lieber Nov. Edward, Glaube geschieht vernetzt: in der Gemeinschaft der Kirche. Unser Glaube ist Geschenk und wir dürfen dieses Geschenk weitergeben. Dir als gut vernetztem Menschen könnten wir mit darum getrost einen Namen geben wie "Frater Citrix". Doch Du wählst einen Namen, der Dir seit Deiner Taufe gegeben ist. Auch er weist auf eine grosse Vernetzung hin, nicht nur über die Kultur- und Sprachengrenze hinaus! Dein Name ist Programm dafür, dass die Botschaft der Gnade Jesu Christi allen gegeben ist, die sie hören wollen und können. Dein Name ist Programm für die Demut, dass wir Empfangende sind und das Empfangene froh weitergeben dürfen. Und Dein Name ist Programm dafür, dass wir uns im klösterlichen Lebenswandel zurücknehmen dürfen, um auf Christus hinzuweisen.

"Denk daran!" So beginnt der hl. Paulus den heutigen Abschnitt der Lesung. Woran soll Timotheus denken? Eben: Paulus weist auf Christus hin. Er weist auf den Auferstandenen hin mit Worten, die wir in der Lesung hörten und die auch er schon vorgefunden hat, als Hymnus aus dem Gottesdienst, der zeigt, was im Urchristentum geglaubt und gefeiert wurde:

Wenn wir mit Christus gestorben sind, werden wir auch mit ihm leben; wenn wir standhaft bleiben, werden wir auch mit ihm herrschen; wenn wir ihn verleugnen, wird auch er uns verleugnen. Wenn wir untreu sind, bleibt er doch treu, denn er kann sich selbst nicht verleugnen.
Denk daran, lieber Nov. Edward, Dir ist nicht mehr und nicht weniger als das Leben in Christus versprochen. Wohl wirst Du immer spüren müssen, dass wir auch in seinen Tod, in seine absolute Gottverlassenheit hineingenommen sind. Doch hinter diesem Tod strahlt das Leben auf: Gottes Herrschaft und Treue! Darauf darfst Du bauen. Nur weil Gott treu ist, dürfen wir es überhaupt wagen, unsere Treue in der Stabilitas, im Gehorsam und im klösterlichen Lebenswandel zu wagen. Und denk daran: Paulus hat diesen Glauben geschenkt bekommen, er hat ihn übernommen, er hat ihn an Timotheus weitergegeben, der diese Glauben ebenfalls weitergegeben hat. So bist Du ein weiterer Beschenkter nach 2000 Jahren gelebten Glaubens an Jesus Christus. Nimm diesen Glauben in der Tradition Deines Namenspatrons freudig an und leb ihn in dieser Haltung. Denk daran: Gott ist treu, er hat für uns Menschen selbst den Tod besiegt. Er wird auch Dir zur Seite stehen und Dir treu sein, denn er kann sich selbst nicht verleugnen. Amen.