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«Das Gebet ist am Eindrücklichsten»

Am 3. August veröffentlichte der Einsiedler Anzeiger ein Interview mit unserem Volontär Juhani Steinmann. Mit Erlaubnis der Zeitung geben wir es hier wieder. Zurzeit läuft noch bis zum Ende der Sommerferien die zweite Ausgabe dieses neuesten Klosterangebots für junge Menschen. Gerne heissen wir auch im 2014 Interessierte als Volontäre in unserem Kloster willkommen.

Juhani Steinmann blickt auf zwei Wochen als Volontär im Kloster Einsiedeln zurück

Der 24-jährige Juhani Steinmann ist Student der Philosophie und auf der Suche nach Gott. Seine ausgeprägt intellektuelle Beschäftigung fand im Kloster eine praktische Erfahrungserweiterung.

Vieles positiv bestätigt

In Einsiedeln hat Juhani Steinmann vom 15. bis 28. Juli zwei Wochen als Volontär mit der Klostergemeinschaft verbracht (siehe Kasten). Dabei hat er den Mönchsalltag fast 1 zu 1 übernommen. Mit Ausnahme der Vigil morgens um 5.30 Uhr teilte er alle Gebetszeiten mit ihnen, meistens den Esstisch und oft die Diskussionen. «Wir Volontäre waren sehr willkommen. Viele Patres kamen von sich aus auf mich zu. Es war ein sozial sehr schöner Umgang.» Viel hätte er angetroffen, was ihm entspreche: Armut, Disziplin, Ästhetik, Besinnlichkeit.

Dass er reformiert und nach eigenen Worten «agnostisch, areligiös» aufgewachsen sei, kümmerte ausser bei der Kommunion nicht weiter. Das Ministrieren war für den 24-Jährigen eine neue Erfahrung und das Vortragen der Lesung sowieso. «Wir sind uns auf christlicher Gleichheitsebene begegnet.» Er genoss die Einblicke in die katholische Kirche, zu der er ohnehin «eine Affinität hegt». Vieles sei ihm in den zwei Wochen positiv bestätigt worden.

Religiösen Kontext entfalten
 

Ins Erzählen kommt der Philosophiestudent, wenn man ihn nach seinen Beweggründen für ein solches Volontariat befragt. Er erwähnt die grossen Denker Höderlin und Hegel, gemäss deren Ansicht die Philosophie, die Religion sowie die Kunst das Fundament der Kultur bilden. «Einsiedeln erlaubte mir, den religiösen Kontext stärker zu entfalten.» Konkret meint er die Person Jesus, welche ein anderer Philosoph, nämlich Karl Theodor Jaspers (1883 bis 1969), zusammen mit Sokrates, Buddha und Konfuzius unter allen grossen Philosophen als «die massgebenden Menschen» bezeichnete.

Persönlich wird Juhani Steinmann, wenn er davon spricht, den Nihilismus überwinden zu wollen: «Das rührt mich existenziell.» Er ist überzeugt, dass die Religion «das machtvollste Mittel» sei, die Vorstellung von der Nichtigkeit alles Bestehenden zu überwinden. Blind glauben könne er aber nicht. Für ihn muss die Vernunft des Herzens gestützt werden von der Vernunft des Denkens. «Das ist kein Widerspruch, sondern Ergänzung.» Auf der Suche nach Gott sei er: «Ja, absolut. Intellektuell, aber auch herzensvernünftig.»

«Ein Geist der Behutsamkeit»
 

Im Kloster hätten ihn dazu die persönliche Lektüre, die Gebete und die Atmosphäre in seinen Absichten unterstützt. Der Umgang untereinander, die Art, sich zu begegnen, die Architektur, das Hallen der Schritte in den Gängen … «Da kommt man in ein andächtiges Bewusstsein.» Die Umgebung rege zum Denken an. Etwas «Sublimes, Erhabenes» sei es. «Es herrscht ein Geist der Behutsamkeit.» Die Frömmigkeit wirke auf ihn nicht zerstreuend, sondern verdichtend.

Herr Steinmann, wollen Sie Priester werden? Das könnte er sich durchaus vorstellen. «Aber es gibt zu viele andere Vorstellungen», schränkt er ein. «Ich bin eher auf eine Professur disponiert.» Als Lehrender, der Verantwortung übernehmen und Freiräume besetzen möchte. «Ich strebe eine Vielfältigkeit in meiner Existenz an.» Und trotzdem wird er – wenn er dann in gut einem Jahr seinen Master in Philosophie in der Tasche hat – höchstwahrscheinlich Theologie studieren.

In der kurzen Zeit hätte er in Einsiedeln «so etwas wie Freunde gefunden. Ich denke, ich werde wiederkommen.»

Quelle: www.einsiedleranzeiger.ch