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Gotteswort

1. März 2018


Donnerstag der 2. Fastenwoche

Lebensqualität ist gefragt. Die erste Lesung und der Psalm mahnen, nicht auf Pseudowerte zu setzen. Das Gleichnis des Evangeliums warnt vor einer bloss diesseitigen Sicht und beklagt die mangelnde Einsicht in das letzte Geheimnis des Lebens: die Auferstehung von den Toten.

Kyrie

Christus, du hast dich ganz auf deinen Vater verlassen. Herr, erbarme dich.
Du liebst Menschen, die arm sind vor Gott. Christus, erbarme dich.
Du bist von den Toten erstanden. Herr, erbarme dich.

Tagesgebet

Heiliger Gott, du liebst die Unschuld und schenkst sie dem Sünder zurück, der reumütig zu dir heimkehrt. Wende unser Herz zu dir und schenke uns neuen Eifer im Heiligen Geist, damit wir im Glauben standhaft bleiben und stets bereit sind, das Gute zu tun. Darum bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn, unsern Herrn und Gott, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

1. Lesung

Jer 17,5–10

Fluch oder Segen – Weisheitssprüche

So spricht der Herr: Verflucht der Mann, der auf Menschen vertraut, auf schwaches Fleisch sich stützt und dessen Herz sich abwendet vom Herrn. Er ist wie ein kahler Strauch in der Steppe, der nie einen Regen kommen sieht; er bleibt auf dürrem Wüstenboden, im salzigen Land, wo niemand wohnt.

Gesegnet der Mann, der auf den Herrn sich verlässt und dessen Hoffnung der Herr ist. Er ist wie ein Baum, der am Wasser gepflanzt ist und am Bach seine Wurzeln ausstreckt: Er hat nichts zu fürchten, wenn Hitze kommt; seine Blätter bleiben grün; auch in einem trockenen Jahr ist er ohne Sorge, unablässig bringt er seine Früchte.

Arglistig ohnegleichen ist das Herz und unverbesserlich. Wer kann es ergründen? Ich, der Herr, erforsche das Herz und prüfe die Nieren, um jedem zu vergelten, wie es sein Verhalten verdient, entsprechend der Frucht seiner Taten.

Verwurzelung in Gott

Was macht das Leben lebenswert? Vordergründige Antworten gibt es viele. Doch materielle und biologische Werte sind vergänglich. Nicht einmal auf Menschen ist ein letzter Verlass, denn so wohltuend gegenseitiges Vertrauen ist, kann es doch zu Enttäuschungen kommen. Jeremia glaubt nicht, dass die Erfüllung der menschlichen Sehnsucht aus eigenen Kräften „machbar“ sei. Er ist überzeugt, dass letztlich nur ein unerschütterliches Vertrauen auf Gott die inneren Ängste nehmen, die Entfaltung des Lebens gewährleisten und Segen (Früchte!) bringen kann. – Dabei bleibt das menschliche Herz, so arglistig es sein kann, doch unruhig auf Gott hin. (Augustinus)

Antwortspalm

Psalm 1,1–4.6


R: Gesegnet, wer auf den Herrn sich verlässt.


Wohl dem Mann,
der nicht dem Rat der Frevler folgt,
nicht auf dem Weg der Sünder geht,
nicht im Kreis der Spötter sitzt,
sondern Freude hat an der Weisung des Herrn,
über seine Weisung nachsinnt
bei Tag und bei Nacht.

Er ist wie ein Baum,
der an Wasserbächen gepflanzt ist,
der zur rechten Zeit seine Frucht bringt
und dessen Blätter nicht welken.

Alles, was er tut,
wird ihm gut gelingen.
Nicht so die Frevler:
Sie sind wie Spreu, die der Wind verweht.
Denn der Herr kennt den Weg der Gerechten,
der Weg der Frevler aber führt in den Abgrund.

Ruf vor dem Evangelium

Herr Jesus, dir sei Ruhm und Ehre! Selig, die das Wort mit aufrichtigem Herzen hören und Frucht bringen in Geduld. Herr Jesus, dir sei Ruhm und Ehre!

Evangelium

Lk 16,19–31

Das Beispiel vom reichen Mann und vom armen Lazarus

Es war einmal ein reicher Mann, der sich in Purpur und feines Leinen kleidete und Tag für Tag herrlich und in Freuden lebte. Vor der Tür des Reichen aber lag ein armer Mann namens Lazarus, dessen Leib voller Geschwüre war. Er hätte gern seinen Hunger mit dem gestillt, was vom Tisch des Reichen herunterfiel. Stattdessen kamen die Hunde und leckten an seinen Geschwüren.

Als nun der Arme starb, wurde er von den Engeln in Abrahams Schoss getragen. Auch der Reiche starb und wurde begraben. In der Unterwelt, wo er qualvolle Schmerzen litt, blickte er auf und sah von weitem Abraham, und Lazarus in seinem Schoss.

Da rief er: Vater Abraham, hab Erbarmen mit mir und schick Lazarus zu mir; er soll wenigstens die Spitze seines Fingers ins Wasser tauchen und mir die Zunge kühlen, denn ich leide grosse Qual in diesem Feuer.

Abraham erwiderte: Mein Kind, denk daran, dass du schon zu Lebzeiten deinen Anteil am Guten erhalten hast, Lazarus aber nur Schlechtes. Jetzt wird er dafür getröstet, du aber musst leiden.

Ausserdem ist zwischen uns und euch ein tiefer, unüberwindlicher Abgrund, sodass niemand von hier zu euch oder von dort zu uns kommen kann, selbst wenn er wollte.

Da sagte der Reiche: Dann bitte ich dich, Vater, schick ihn in das Haus meines Vaters! Denn ich habe noch fünf Brüder. Er soll sie warnen, damit nicht auch sie an diesen Ort der Qual kommen.

Abraham aber sagte: Sie haben Mose und die Propheten, auf die sollen sie hören. Er erwiderte: Nein, Vater Abraham, nur wenn einer von den Toten zu ihnen kommt, werden sie umkehren.

Darauf sagte Abraham: Wenn sie auf Mose und die Propheten nicht hören, werden sie sich auch nicht überzeugen lassen, wenn einer von den Toten aufersteht.

Der Reiche und der arme Lazarus

Nur Lukas kennt dieses Gleichnis. Es illustriert die Seligpreisung der Armen und den Wehruf über die Reichen sowie die Ablehnung der Forderung nach einem „Zeichen“. Luxus und Komfort des reichen Prassers, der einen „armen Hund“ wie Lazarus keines Blickes und keines Bissens würdigt, werden ein Ende nehmen. Der Arme dagegen darf vom gerechten Gott eine Wende erwarten. „Lazarus“ heisst „Gott hilft“. Die „Brüder“ des Reichen, die sich von keinem Gesandten Gottes warnen lassen, sind eine Anspielung an den Unglauben damaliger jüdischer Brüder der Christen, die eine Auferstehung des armen und verhöhnten Jesus ablehnten. (P.–G. Müller)

Fürbitten

Christus, du mahnst uns, das Vertrauen auf Gott zu setzen. Wir bitten dich:

  • Für die Männer und Frauen, die das Evangelium verkünden: Stärke sie.
  • Für unser ganzes Volk: Ermutige alle zur Solidarität, besonders mit den Armen.
  • Für Menschen in Not: Schenke ihnen die Zuwendung hilfsbereiter Männer und Frauen.
  • Für alle die uns nahe stehen: Lass sie in schweren Stunden bei dir Zuflucht finden.

Barmherziger Gott, du weisst um die Sehnsucht des Menschenherzens. Erfülle unsere Wünsche über unsere Erwartungen hinaus. So bitten wir, im Heiligen Geist, durch Christus, unseren Herrn.

Schlussgebet

Herr, unser Gott, das heilige Opfer, das wir gefeiert haben, bleibe in uns wirksam und bestimme unser ganzes Leben. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.