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Gotteswort

3. März 2018


Samstag der 2. Fastenwoche

Die heutigen Texte stellen Gottes Barmherzigkeit hell ins Licht. Gott ist bereit zu verzeihen, wenn wir offen sind für die Vergebung. Sind aber wir und unsere Zeitgenossen bereit, eigene Schuld zuzugeben? Nach dem Evangelium kann es auch bei rechtschaffenen Personen zu einer Verhärtung kommen.

Kyrie

Christus, du bist der gute Hirt. Herr, erbarme dich.
Du offenbarst die Barmherzigkeit deines Vaters. Christus, erbarme dich.
Mit dir feiern wir in der Eucharistie die Barmherzigkeit Gottes. Herr, erbarme dich.

Tagesgebet

Gütiger Gott, durch das Wirken deiner Gnade schenkst du uns schon auf Erden den Anfang des ewigen Lebens. Vollende, was du in uns begonnen hast, und führe uns hin zu jenem Licht, in dem du selber wohnst. Darum bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn, unsern Herrn und Gott, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

1. Lesung

Mi 7,14–15.18–20

Das Gebet Jerusalems

Führe mit deinem Stab dein Volk auf die Weide, die Schafe, die dein Erbbesitz sind, die einsam lagern in einer Wildnis mitten im fruchtbaren Land. Sie sollen wieder im Baschan und in Gilead weiden / wie in den Tagen der Vorzeit. Wie in den Tagen, als du aus Ägypten auszogst, lass uns deine Wunder schauen!

Wer ist ein Gott wie du, der du Schuld verzeihst und dem Rest deines Erbvolkes das Unrecht vergibst? Gott hält nicht für immer fest an seinem Zorn; denn er liebt es, gnädig zu sein. Er wird wieder Erbarmen haben mit uns und unsere Schuld zertreten

Ja, du wirfst all unsere Sünden in die Tiefe des Meeres hinab. Du wirst Jakob deine Treue beweisen und Abraham deine Huld, wie du unseren Vätern geschworen hast in den Tagen der Vorzeit.

Der Bundesgott sorgt als treuer Hirt für sein Volk

Der Schluss des Michabuches ist ein Gebet Jerusalems um Vergebung und Wiederherstellung. Die vergangenen grossen Taten des Bundesgottes zugunsten seines Volkes begründen das Vertrauen, dass sich Gottes Verheissungen auch in Zukunft erfüllen. – Dann folgt ein Schlusshymnus auf Gott, den Einzigen und Gnädigen.

Antwortspalm

Psalm 103,1–4.9–12


R: Gnädig und barmherzig ist der Herr, voll Langmut und reich an Güte.


Lobe den Herrn, meine Seele,
und alles in mir seinen heiligen Namen!
Lobe den Herrn, meine Seele,
und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat:

der dir all deine Schuld vergibt
und all deine Gebrechen heilt,
der dein Leben vor dem Untergang rettet
und dich mit Huld und Erbarmen krönt,

Er wird nicht immer zürnen,
nicht ewig im Groll verharren.
Er handelt an uns nicht nach unsern Sünden
und vergilt uns nicht nach unsrer Schuld.

Denn so hoch der Himmel über der Erde ist,
so hoch ist seine Huld über denen,
die ihn fürchten.
So weit der Aufgang entfernt ist vom Untergang,
so weit entfernt er die Schuld von uns.

Ruf vor dem Evangelium

Christus, du ewiges Wort des Vaters, Ehre sei dir! Ich will zu meinem Vater gehen und ihm sagen: Vater, ich habe mich versündigt gegen den Himmel und gegen dich. Christus, du ewiges Wort des Vaters, Ehre sei dir!

Evangelium

Lk 15,1–3.11–32

Das Gleichnis vom verlorenen Sohn

Alle Zöllner und Sünder kamen zu Jesus, um ihn zu hören. Die Pharisäer und die Schriftgelehrten empörten sich darüber und sagten: Er gibt sich mit Sündern ab und isst sogar mit ihnen. Da erzählte er ihnen ein Gleichnis und sagte:

Ein Mann hatte zwei Söhne. Der jüngere von ihnen sagte zu seinem Vater: Vater, gib mir das Erbteil, das mir zusteht. Da teilte der Vater das Vermögen auf. Nach wenigen Tagen packte der jüngere Sohn alles zusammen und zog in ein fernes Land. Dort führte er ein zügelloses Leben und verschleuderte sein Vermögen. Als er alles durchgebracht hatte, kam eine grosse Hungersnot über das Land und es ging ihm sehr schlecht. Da ging er zu einem Bürger des Landes und drängte sich ihm auf; der schickte ihn aufs Feld zum Schweinehüten. Er hätte gern seinen Hunger mit den Futterschoten gestillt, die die Schweine frassen; aber niemand gab ihm davon.

Da ging er in sich und sagte: Wie viele Tagelöhner meines Vaters haben mehr als genug zu essen und ich komme hier vor Hunger um. Ich will aufbrechen und zu meinem Vater gehen und zu ihm sagen: Vater, ich habe mich gegen den Himmel und gegen dich versündigt. Ich bin nicht mehr wert, dein Sohn zu sein; mach mich zu einem deiner Tagelöhner.

Dann brach er auf und ging zu seinem Vater. Der Vater sah ihn schon von weitem kommen und er hatte Mitleid mit ihm. Er lief dem Sohn entgegen, fiel ihm um den Hals und küsste ihn. Da sagte der Sohn: Vater, ich habe mich gegen den Himmel und gegen dich versündigt; ich bin nicht mehr wert, dein Sohn zu sein.

Der Vater aber sagte zu seinen Knechten: Holt schnell das beste Gewand und zieht es ihm an, steckt ihm einen Ring an die Hand und zieht ihm Schuhe an. Bringt das Mastkalb her und schlachtet es; wir wollen essen und fröhlich sein. Denn mein Sohn war tot und lebt wieder; er war verloren und ist wiedergefunden worden. Und sie begannen, ein fröhliches Fest zu feiern.

Sein älterer Sohn war unterdessen auf dem Feld. Als er heimging und in die Nähe des Hauses kam, hörte er Musik und Tanz. Da rief er einen der Knechte und fragte, was das bedeuten solle. Der Knecht antwortete: Dein Bruder ist gekommen und dein Vater hat das Mastkalb schlachten lassen, weil er ihn heil und gesund wiederbekommen hat. Da wurde er zornig und wollte nicht hineingehen. Sein Vater aber kam heraus und redete ihm gut zu. Doch er erwiderte dem Vater: So viele Jahre schon diene ich dir, und nie habe ich gegen deinen Willen gehandelt; mir aber hast du nie auch nur einen Ziegenbock geschenkt, damit ich mit meinen Freunden ein Fest feiern konnte. Kaum aber ist der hier gekommen, dein Sohn, der dein Vermögen mit Dirnen durchgebracht hat, da hast du für ihn das Mastkalb geschlachtet.

Der Vater antwortete ihm: Mein Kind, du bist immer bei mir, und alles, was mein ist, ist auch dein. Aber jetzt müssen wir uns doch freuen und ein Fest feiern; denn dein Bruder war tot und lebt wieder; er war verloren und ist wiedergefunden worden.

Der verlorene Sohn - der barmherzige Vater

Das Gleichnis zeigt einen liebenden Vater, der die Freiheit seiner zwei Söhne respektiert. Er lässt den Jüngeren fortziehen und lässt den Älteren sich zurückziehen in seine Isolation. Der Jüngere lernt schliesslich seine Freiheit als Gabe zu leben, und die Vergebung des Vaters (der sich für Orientalen fast skandalös verhält) lässt den Jüngeren erkennen, wie zuvorkommend Gott ist. Schon vor der Umkehr schenkt Gott Hoffnung auf Vergebung und ermöglicht den Trost des Geständnisses. Vom älteren Sohn hören wir nichts mehr. Verspielen er und die von Jesus angesprochenen Pharisäer ihre Freiheit in Missgunst und Isolation? (vgl. Frisque)

Fürbitten

Christus, du offenbarst die Güte des himmlischen Vaters:

  • Stärke die Kirche für ihren Dienst der Versöhnung.
  • Löse verhärtete Herzen, und schenke ihnen Vertrauen in Gott und zu den Menschen.
  • Schenke entzweiten Familien den Geist der Versöhnung.
  • Öffne unser eigenes Herz für die österliche Gnade der Versöhnung.

Gott, unser Vater, deine Barmherzigkeit übertrifft alle menschlichen Erwartungen. Dir sei Ehre in Ewigkeit.

Schlussgebet

Gütiger Gott, du schenkst uns Anteil an deinem Sakrament. Gib, dass wir das heilige Brot nicht nur mit dem Mund empfangen, sondern ganz von seiner Kraft durchdrungen werden, so dass wir wahrhaft aus deiner Gnade leben. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.