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Gotteswort

26. Mai 2019


6. Sonntag der Osterzeit

Der hochbetagte Johannes soll dauernd wiederholt haben: „Meine Kinder, liebt einander!“ Einfach ist das nicht. So postulieren auch viele den Frieden, doch Unfrieden herrscht vor. – Die 1. Lesung spricht vom Umgang mit Spannungen in der Kirche, die 2. Lesung von einer Vision des himmlischen Friedens, das Evangelium von der tiefen Verbindung mit Gott in Christus.

Kyrie

Christus, du hinterlässt uns deinen Frieden. Herr, erbarme dich.
Du bist das Lamm Gottes. Christus, erbarme dich.
Du bist zum Vater gegangen. Herr, erbarme dich.

Tagesgebet

Allmächtiger Gott, lass uns die österliche Zeit in herzlicher Freude begehen und die Auferstehung unseres Herrn preisen, damit das Ostergeheimnis, das wir in diesen fünfzig Tagen feiern, unser ganzes Leben prägt und verwandelt. Darum bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn, unseren Herrn und Gott, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

1. Lesung

Apg 15,1–2.6.22–29

Das Apostelkonzil – Die Streitfrage – Die Beschlüsse der Versammlung

Es kamen einige Leute von Judäa herab und lehrten die Brüder: Wenn ihr euch nicht nach dem Brauch des Mose beschneiden lasst, könnt ihr nicht gerettet werden. Nach grosser Aufregung und heftigen Auseinandersetzungen zwischen ihnen und Paulus und Barnabas beschloss man, Paulus und Barnabas und einige andere von ihnen sollten wegen dieser Streitfrage zu den Aposteln und den Ältesten nach Jerusalem hinaufgehen.

Die Apostel und die Ältesten traten zusammen, um die Frage zu prüfen.

Da beschlossen die Apostel und die Ältesten zusammen mit der ganzen Gemeinde, Männer aus ihrer Mitte auszuwählen und sie zusammen mit Paulus und Barnabas nach Antiochia zu senden, nämlich Judas, genannt Barsabbas, und Silas, führende Männer unter den Brüdern. Sie gaben ihnen folgendes Schreiben mit:

Die Apostel und die Ältesten, eure Brüder, grüssen die Brüder aus dem Heidentum in Antiochia, in Syrien und Zilizien. Wir haben gehört, dass einige von uns, denen wir keinen Auftrag erteilt haben, euch mit ihren Reden beunruhigt und eure Gemüter erregt haben. Deshalb haben wir uns geeinigt und beschlossen, Männer auszuwählen und zusammen mit unseren lieben Brüdern Barnabas und Paulus zu euch zu schicken, die beide für den Namen Jesu Christi, unseres Herrn, ihr Leben eingesetzt haben. Wir haben Judas und Silas abgesandt, die euch das Gleiche auch mündlich mitteilen sollen.

Denn der Heilige Geist und wir haben beschlossen, euch keine weitere Last aufzuerlegen als diese notwendigen Dinge: Götzenopferfleisch, Blut, Ersticktes und Unzucht zu meiden. Wenn ihr euch davor hütet, handelt ihr richtig. Lebt wohl!

Das Aposteldekret

Die Judenchristen wollten alle Gläubigen zur mosaischen Beschneidung verpflichten. In Jerusalem berät nun eine Versammlung über die schwierige Frage und hält ihre Beschlüsse in einem Schreiben fest. Die ganze Gemeinde ist beteiligt, doch wird der Brief im Namen der verantwortlichen Leiter und unter Berufung auf den Heiligen Geist abgefasst. Der Brief ist an die (Heiden-)Christen in Antiochia, Syrien und Zilizien gerichtet, also nicht an das gesamte Missionsgebiet des Paulus. Man darf vermuten, dass die Auflagen nicht Grundsätzliches regeln, sondern nur praktische Probleme im sozialen Zusammenleben. Im Unterschied zu Postulaten gewisser Scharfmacher werden die „Fremden“ nicht überfordert, doch soziale Rücksichten werden (als Kompromiss) erwartet. Nichtjuden sollen wenigstens elementare Reinheitsvorschriften der Juden einhalten. – Wir finden in diesem Bericht einige Elemente einer Theologie der Kirche, ihres Selbstverständnisses, ihrer Strukturen und ihrer Sendung.

Antwortspalm

Psalm 67, 2–3.5–6.8


R: Die Völker sollen dir danken, o Gott, danken sollen dir die Völker alle.


Gott sei uns gnädig und segne uns.
Er lasse über uns sein Angesicht leuchten,
damit auf Erden sein Weg erkannt wird
und unter allen Völkern sein Heil.

Die Nationen sollen sich freuen und jubeln.
Denn du richtest den Erdkreis gerecht.
Du richtest die Völker nach Recht
und regierst die Nationen auf Erden.

Die Völker sollen dir danken, o Gott,
danken sollen dir die Völker alle.
Es segne uns Gott.
Alle Welt fürchte und ehre ihn.

2. Lesung

Offb 21,10–14.22–23

Das neue Jerusalem

Ein Engel entrückte mich im Geist auf einen grossen, hohen Berg und zeigte mir die heilige Stadt Jerusalem, wie sie von Gott her aus dem Himmel herabkam, erfüllt von der Herrlichkeit Gottes. Sie glänzte wie ein kostbarer Edelstein, wie ein kristallklarer Jaspis.

Die Stadt hat eine grosse und hohe Mauer mit zwölf Toren und zwölf Engeln darauf. Auf die Tore sind Namen geschrieben: die Namen der zwölf Stämme der Söhne Israels. Im Osten hat die Stadt drei Tore und im Norden drei Tore und im Süden drei Tore und im Westen drei Tore. Die Mauer der Stadt hat zwölf Grundsteine; auf ihnen stehen die zwölf Namen der zwölf Apostel des Lammes.

Einen Tempel sah ich nicht in der Stadt. Denn der Herr, ihr Gott, der Herrscher über die ganze Schöpfung, ist ihr Tempel, er und das Lamm. Die Stadt braucht weder Sonne noch Mond, die ihr leuchten. Denn die Herrlichkeit Gottes erleuchtet sie und ihre Leuchte ist das Lamm.

Das Bild der künftigen Stadt

Als Bild der Kirche schaut der Seher eine Stadt, also den Ort einer grossen Lebensgemeinschaft. Durch zwölf Tore, also von allen Seiten, findet man den Zugang. Sie versinnbilden gleichzeitig die zwölf Stämme Israels und jetzt die „apostolische“ Kirche. Diese Kirche ist nicht Menschen-, sondern Gotteswerk. In ihr gibt es kein Werden und Vergehen, keinen Unterschied zwischen sakral und profan, auch keinen Tempel, weil sie insgesamt erfüllt ist von der Gegenwart Gottes und des Lammes. – Diese Vision richtet sich in die Zukunft, deutet und richtet aber auch die Kirche der Gegenwart auf. (Frisque; Schott)

Ruf vor dem Evangelium

Halleluja. Halleluja. So spricht der Herr: Wer mich liebt, wird mein Wort festhalten; mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen. Halleluja.

Evangelium

Joh 14,23–29

Aus den Trostworten an die Jünger

In jener Zeit sprach Jesus zu den Jüngern: Wenn jemand mich liebt, wird er an meinem Wort festhalten; mein Vater wird ihn lieben und wir werden zu ihm kommen und bei ihm wohnen.

Wer mich nicht liebt, hält an meinen Worten nicht fest. Und das Wort, das ihr hört, stammt nicht von mir, sondern vom Vater, der mich gesandt hat. Das habe ich zu euch gesagt, während ich noch bei euch bin.

Der Beistand aber, der Heilige Geist, den der Vater in meinem Namen senden wird, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe.

Frieden hinterlasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch; nicht einen Frieden, wie die Welt ihn gibt, gebe ich euch.

Euer Herz beunruhige sich nicht und verzage nicht. Ihr habt gehört, dass ich zu euch sagte: Ich gehe fort und komme wieder zu euch zurück. Wenn ihr mich lieb hättet, würdet ihr euch freuen, dass ich zum Vater gehe; denn der Vater ist grösser als ich. Jetzt schon habe ich es euch gesagt, bevor es geschieht, damit ihr, wenn es geschieht, zum Glauben kommt.

Dem Auferstandenen in Liebe verbunden.

Jesu Testament: Das Festhalten am „Wort“ und am neuen Gebot; ferner: Jesus sowie seine Liebe und die des Vaters, das Wohnen Gottes in uns, das gehört alles zusammen. Voll wird diese Zugehörigkeit erst nach Tod und Auferstehung Jesu verwirklicht, wenn die Gläubigen Jesus als dem Sohn des Vaters begegenen. Für Johannes ist die körperliche Gegenwart Jesu weniger wichtig als die Gegenwart des Auferstandenen im Geist, der in seinem Namen vom Vater ausgeht. Dieser Glauben eröffnet den Zugang zur Wahrheit und zum (ganzheitlich verstandenen) Frieden. Im Glauben halten wir uns offen für das Wirken des Geistes, der in uns eine neue Atmosphäre schafft, ob er sanft oder stürmisch kommt. (vgl. Frisque) Das späte Johannes–Evangelium berührt sich mit älteren Formulierungen des Paulus: Das Reich Gottes ist „Liebe“ und „Gerechtigkeit, Friede und Freude im Heiligen Geist“ (Röm 14,15.17).

Fürbitten

Herr, Jesus Christus, du hinterlässt uns deinen Frieden:

  • Vertiefe den Glauben der Kirche, damit sie innere Spannungen überwinde.
  • Schenke Frieden in der Krisengebieten der Erde.
  • Wecke in unserem Land den Sinn für sozialen Frieden.
  • Zeige zerstrittenen Ehepaaren oder Familien neue Wege zueinander.
  • Verhilf uns selber zu innerem Frieden und zu Ausgeglichenheit.
  • Nimm unsere Verstorbenen auf in das himmlische Jerusalem.

Himmlischer Vater, ohne dich vermögen wir nichts. Stehe uns bei durch die Kraft deines Heiligen Geistes, damit wir finden, was uns zum Frieden dient. Durch Christus, unseren Herrn.

Schlussgebet

Allmächtiger Gott, du hast uns durch die Auferstehung Christi neu geschaffen für das ewige Leben. Erfülle uns mit der Kraft dieser heilbringenden Speise, damit das österliche Geheimnis in uns reiche Frucht bringt. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

 
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