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Gotteswort

28. Februar 2018


Mittwoch der 2. Fastenwoche

Jeremia in der ersten Lesung und Jesus im Evangelium begegnen uns in ähnlichen Rollen. Beide stossen als „Störenfriede“ auf unerbittlichen Widerstand. Für die frühen Christen stellte sich die existentielle Frage, wie ungerecht Verfolgte reagieren sollen.

Kyrie

Christus, du bist der Menschensohn. Herr, erbarme dich.
Du bist gekommen, um zu dienen. Christus, erbarme dich.
Du hast dein Leben als Lösegeld hingegeben. Herr, erbarme dich.

Tagesgebet

Herr, unser Gott, erhalte deiner Kirche die Bereitschaft, das Gute zu tun. Ermutige uns in diesem Leben durch deinen Schutz und führe uns zu den ewigen Gütern. Darum bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn, unsern Herrn und Gott, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

1. Lesung

Jer 18,18–20

Pläne gegen Jeremia

Meine Feinde sagten: Kommt, lasst uns gegen Jeremia Pläne schmieden! Denn nie wird dem Priester die Weisung ausgehen, dem Weisen der Rat und dem Propheten das Wort. Kommt, wir wollen ihn mit seinen eigenen Worten schlagen und Acht geben auf alles, was er sagt.

Gib du, Herr, Acht auf mich und höre das Gerede meiner Widersacher! Darf man denn Gutes mit Bösem vergelten? Denn sie haben (mir) eine Grube gegraben. Denk daran, wie ich vor dir stand, um zu ihren Gunsten zu sprechen und deinen Zorn von ihnen abzuwenden.

Das Gebet des ungerecht Verfolgten

Ein Prophet wird angefeindet, weil er die Sache Gottes vertritt, ohne falsche Kompromisse einzugehen. Vor Gott beklagt sich Jeremia, weil er Gutes wollte für sein Volk, während er nun bittern Undank ernten muss. Aus dem Gebet des Jeremia ist als Unterton ein Wunsch nach Rache herauszuhören. – Jesus wird das Schicksal des ungerecht Verfolgten teilen, aber er wird für die Feinde beten.

Antwortspalm

Psalm 31,5–6.12.14–16


R: In deiner Güte hilf mir, o Herr!


Du wirst mich befreien aus dem Netz,
das sie mir heimlich legten;
denn du bist meine Zuflucht.
In deine Hände
lege ich voll Vertrauen meinen Geist;
du hast mich erlöst, Herr, du treuer Gott.

Zum Spott geworden bin ich all meinen Feinden,
ein Hohn den Nachbarn,
ein Schrecken den Freunden;
wer mich auf der Strasse sieht, der flieht vor mir.
Ich höre das Zischeln der Menge
– Grauen ringsum.
Sie tun sich gegen mich zusammen;
sie sinnen darauf, mir das Leben zu rauben.

Ich aber, Herr, ich vertraue dir,
ich sage: «Du bist mein Gott.»
In deiner Hand liegt mein Geschick;
entreiss mich
der Hand meiner Feinde und Verfolger!

Ruf vor dem Evangelium

Herr Jesus, dir sei Ruhm und Ehre! Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, hat das Licht des Lebens. Herr Jesus, dir sei Ruhm und Ehre!

Evangelium

Mt 20,17–28

Die dritte Ankündigung von Leiden und Auferstehung – Vom Herrschen und vom Dienen

Als Jesus nach Jerusalem hinaufzog, nahm er unterwegs die zwölf Jünger beiseite und sagte zu ihnen: Wir gehen jetzt nach Jerusalem hinauf; dort wird der Menschensohn den Hohenpriestern und Schriftgelehrten ausgeliefert; sie werden ihn zum Tod verurteilen und den Heiden übergeben, damit er verspottet, gegeisselt und gekreuzigt wird; aber am dritten Tag wird er auferstehen.

Damals kam die Frau des Zebedäus mit ihren Söhnen zu Jesus und fiel vor ihm nieder, weil sie ihn um etwas bitten wollte. Er fragte sie: Was willst du? Sie antwortete: Versprich, dass meine beiden Söhne in deinem Reich rechts und links neben dir sitzen dürfen. Jesus erwiderte: Ihr wisst nicht, um was ihr bittet. Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinken werde? Sie sagten zu ihm: Wir können es.

Da antwortete er ihnen: Ihr werdet meinen Kelch trinken; doch den Platz zu meiner Rechten und zu meiner Linken habe nicht ich zu vergeben; dort werden die sitzen, für die mein Vater diese Plätze bestimmt hat.

Als die zehn anderen Jünger das hörten, wurden sie sehr ärgerlich über die beiden Brüder. Da rief Jesus sie zu sich und sagte: Ihr wisst, dass die Herrscher ihre Völker unterdrücken und die Mächtigen ihre Macht über die Menschen missbrauchen. Bei euch soll es nicht so sein, sondern wer bei euch gross sein will, der soll euer Diener sein, und wer bei euch der Erste sein will, soll euer Sklave sein.

Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben hinzugeben als Lösegeld für viele.

Vom Umgang mit Ungerechtigkeit

Jesus weiss, dass er von den Prominenten als Störenfried empfunden wird. Er kündet nun sein Leiden an, aber auch die Auferstehung. Die Jünger verstehen ihn nicht. Teils widersetzen sie sich dem Gedanken an ein Todesschicksal, teils scheinen sie zu hoffen, in Jerusalem „auf Thronen sitzen“ zu dürfen. Jesus, der bereit ist, den Tod auf sich zu nehmen, mahnt die Jünger nachdrücklich, auch ihrerseits den Kelch des Leidens anzunehmen und mit Dienstbereitschaft zu reagieren, nicht die Position von „Ersten“ anzustreben. Matthäus scheint manche Christen, vor einem Gerangel um eine Vorrangstellung in der Gemeinde warnen zu wollen.

Fürbitten

Christus, du bist gekommen, um zu dienen.

  • Wecke in unsern Gemeinden und in der ganzen Kirche den Geist der Dienstbereitschaft.
  • Bewahre die Völker vor dem Machtmissbrauch und vor der Verletzung der Menschenrechte.
  • Verzeihe den Verfolgern der Kirche, gib Starkmut den Verfolgten.
  • Lass uns in der Eucharistiefeier dankbar deinen Tod und deine Auferstehung preisen.

Heiliger Gott, durch Kreuz und Auferstehung deines Sohnes hast du die Macht des Todes gebrochen. Befreie dein Volk von allen Gefahren an Leib und Seele. Im Heiligen Geist, durch Christus, unsern Herrn.

Schlussgebet

Herr, unser Gott, du hast uns ein Unterpfand der Unsterblichkeit gegeben. Lass uns nicht verloren gehen, sondern führe uns durch den Empfang dieser Speise zur ewigen Freude. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.