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Neues Kleid für Einsiedler Muttergottes aus dem Kloster Fahr

Wunderbares «Gipfeltreffen»

Im 888-Jahr-Jubiläum des Benediktinerinnen-Klosters Fahr schenkten die Klosterfrauen der Einsiedler Muttergottes ein neues Kleid. Die Schwestern entwarfen und woben das grüne Kleid in moderner Manier im eigenen Webatelier. Eine Wallfahrt der Gemeinschaft aus dem Kloster am Rande der Stadt am Fest Mariä Heimsuchung nach Einsiedeln besiegelte die Übergabe an die Schwarze Muttergottes im Finsteren Wald.

bgz. «Wunderbar.» So lautete die spontane Reaktion einer Pilgerin auf das erstmalige Bekleiden des Einsiedler Gnadenbildes mit dem neuen grünen Fahrer-Kleid. «Ich glaube, dieses Kleid gefällt der Muttergottes sehr gut», lautete eine andere Reaktion. Und jemand bemerkte: «Das ist ein bewegtes Kleid.» Zwar gab es in früheren Jahrhunderten ein Gewand für die Muttergottes aus dem Kloster Fahr, doch stand dieses schon länger nicht mehr zur Verfügung. So war es der ausdrückliche Wunsch von Priorin Irene Gassmann und ihrer Mitschwestern einen neuen Behang für die Einsiedler Muttergottes zu stiften.

Wallfahrt zur Übergabe

Am Fest Mariä Heimsuchung 2018 unternahm die ganze Schwesterngemeinschaft aus dem Kloster Fahr eine Wallfahrt nach Einsiedeln. Abt Urban Federer stand der Eucharistie um 11.15 Uhr in der Stiftskirche vor. In seinem Predigtwort ging der Klostervorsteher vom anstehenden Gipfeltreffen zwischen dem russischen und dem amerikanischen Präsidenten aus. In den Medien würde Putin bereits als Sieger dieses Treffens bezeichnet. Ganz anders sah Abt Urban das «Gipfeltreffen» zwischen der männlichen Klostergemeinschaft Einsiedeln und der weiblichen Schwesternschaft aus dem Kloster Fahr. Seit 888 Jahren bildet man eine Doppelgemeinschaft. Für den Abt stand bei dieser besonderen Begegnung die Demut im Vordergrund, der auch der Friede entspringe.

Beim gemeinsamen Mittagessen im Refektorium der Mönche gestand Abt Urban, dass er kein Freund von neuen Kleidern für die Muttergottes sei. Doch in diesem Fall mache er eine Ausnahme, denn dieses Kleid sei nicht nur bloss geschenkt, sondern auch selber gemacht. Zudem sei Grün eine frohmachende Farbe. Dieses Geschenk würde beide Gemeinschaften verbinden.

Die elegante Muttergottes

Im Grossen Saal des Klosters Einsiedeln fand am Nachmittag eine Präsentation der Macherinnen des neuen Kleides für die Mitschwestern und Mitbrüder statt. Intensiv an der Erarbeitung des neuen Behanges gearbeitet hatten in der Paramentenwerkstatt des Klosters Fahr Priska Schmid, Maja Schmid und die Schwestern Bernadette Meier und Matthäa Wismer. Priska Schmid sprach über den Werdegang des neuen Gewandes. Das Konzept eines ersten Entwurfs sei über den Haufen geworfen worden. Froh war man im Kloster Fahr über die Vorgabe der Farbe Grün für das Kleid aus dem Stift Einsiedeln. Man entschied sich für ein helles Grün. Als Material wählte man Seide und Wolle. Das deutlich sichtbare Band in der Mitte des Mantels der Muttergottes über die ganze Länge korrespondiert dabei mit den gut sichtbaren Linien im Kleid. Angestrebt wurde eine weiche, feine Ausstrahlung. Man wollte dem Eindruck entgegenwirken, wonach die Muttergottes einatmet, und sich dann fast nicht mehr zu bewegen getraut, führte die Sprechende aus. Zudem sollen im Schleier die Sorgen und Nöte der Beterinnen und Beter aufgenommen werden. Das Kleid soll nicht dogmatisch sein. «Die strengen Regeln des Barock sollten aufgebrochen werden», führte Priska Schmid aus.

Priorin Irene übergab den Macherinnen ein kleines Präsent. Abt Urban bedankte sich für das Geschenk. Er gab zu, dass er sich «nicht ständig» mit Gewändern auseinandersetze. Doch beim Betrachten des neuen Muttergotteskleides sei ihm aufgegangen: «Mein Gott, ist die elegant.»

Gemeinsames Vespergebet

Innerhalb des gemeinsamen Vespergebetes sprach Priorin Irene Gassmann über das neue Kleid, das aus Anlass des 888-jährigen Bestehens des Klosters Fahr geschenkt wurde. Sie verglich die Geschichte der Klöster Einsiedeln und Fahr mit einem Gewebe an dem Äbte und Priorinnen woben, Faden für Faden, in verschiedenen Mustern. Das neue Kleid sei Zeichen der Zusammengehörigkeit. Priorin Irenen sagte, dass sicher auch der kleine Jesus unter dem Rockzipfel seine Mutter Schutz gesucht hätte. «Auch uns gibt die Muttergottes Schutz, denn ihr Kleid und ihr Schleier sind gross und weit.»

Das Kleid besteche durch Einfachheit und sei im Gegensatz zu den barocken Kleidern nicht mit Gold und Edelsteinen besetzt. «Es ist ein Zeugnis aus dem 21. Jahrhundert.» Die Farbe Grün stehe für einen Neubeginn. Man solle weiterweben an seine je eigenen Geschichte, befand die Priorin. Maria sei nicht stehengeblieben, sondern eine Frau von heute. «Maria erfährt sich als von Gott geliebt, das gibt ihr Mut und Kraft für ihren Weg. Lassen wir uns dadurch anstecken und stimmen wir ein in das Magnificat, in den Lobgesang Marias.»

Die Schwesterngemeinschaft aus dem Kloster Fahr in der Gnadenkapelle der Stiftskirche Einsiedeln vor dem neuen Fahrer-Kleid zusammen mit Abt Urban Federer und Priorin Irene Gassmann (hinterste Reihe rechts).

 
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