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Sonntagsgedanke - 3. März 2019

Die gebrannte Tasse

"Töpferware wird nach der Brennhitze des Ofens eingeschätzt". Dieser Satz aus der ersten Lesung stach mir sofort ins Auge, weil er mich an eine schwierige Zeit in meinem Leben erinnerte. Frisch geschliffen und voll motiviert kam ich damals von der Universität Fribourg als Lehrer an die Stiftsschule. Wäre da nur der Mario nicht gewesen. Aus zerrütteten Verhältnissen stammend, störte er meinen Unterricht pausenlos. Ich versuchte es lange Zeit mit Geduld und Toleranz. Schließlich wusste ich mir nicht anders zu helfen, als wie eine autoritäre Furie dreinzufahren um zu retten, was noch zu retten war. Ich brachte mein erstes Schuljahr mit Ach und Krach zu Ende. Als ich hörte, dass Mario unsere Schule verließ, atmete ich erleichtert auf. Der Kontakt zu ihm brach ab. Ich hörte nur, dass er abgestürzt war.

Einige Jahre später stand er plötzlich in meinem Zimmer. Zwar gekennzeichnet von seinem Lebensstil, aber hellwach. Ob es mich interessiere zu wissen, warum er mir damals das Leben so schwer gemacht hätte, fragte er. Als ich als frischer Uniabsolvent zum ersten Mal vor der Klasse stand, kam ich ihm vor wie eine zwar gut geformte, aber – weil noch nicht im Ofen gebrannt – unbrauchbare Tasse. Er hätte sich nun damals berufen gefühlt, dies nachzuholen… - Rückblickend weiß ich, dass er recht hatte - und ich ihm schlussendlich für das Brennen im Ofen dankbar sein musste. Es war für mich eine prägende Lebenserfahrung.
"Töpferware wird nach der Brennhitze des Ofens eingeschätzt". –
Wer von uns liebt die Hitze des Ofens? Und doch spüren wir instinktiv, dass manches erst durch diesen Prozess vollendet, brauchbar gemacht, beständig, reif und menschlich wird. Das können Unannehmlichkeiten sein, Kritik, menschliche Schwächen, körperliche Gebresten, seelische Probleme, Wunden, Narben u.a. mehr. Lauter Dinge, die negativ belastet sind und die wir uns zuerst einfachmal wegwünschen. Aber es gibt da auch das Bild des Ofens und seiner verwandelnden Kraft. Kennen wir nicht Menschen, bei denen es zutrifft? Vielleicht gehören wir auch dazu.

P. Christoph

 
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