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Sonntagsgedanke – 17. März 2019

Einen neuen Blick gewinnen

Immer wieder drücken mir Leute ihr Bedauern darüber aus, wie oft sie im Gebet abschweifen würden. Meine Antwort überrascht sie wohl jeweils, weil ich ihnen keine Tipps gebe, wie man sich besser auf das Gebet konzentrieren könnte. Vielmehr schlage ich jeweils vor: «Versuchen sie, sich künftig nicht darüber zu ärgern, dass sie abgeschweift sind. Freuen sie sich vielmehr darüber, dass sie überhaupt wieder zum Gebet zurückgefunden haben und nicht völlig entflogen sind mit ihren Gedanken.» Es ist dasselbe Geschehen, nur ein anderer Blick darauf.

Auch erzählen mir Leute oft, wie sehr sie darunter leiden, hinter ihren Idealen zurückzubleiben, dass sie immer wieder über dieselben Herausforderungen stolpern, ja fallen. Auch hier versuche ich jeweils, einen neuen Blickwinkel aufzuzeigen, indem ich sage: «Bleiben sie nicht beim eigenen Unvermögen stehen. Konzentrieren sie sich nicht darauf, was noch alles nicht rund läuft. Freuen sie sich doch lieber darüber, dass sie eine innere Stimme hören, die sie weiterbringen will. Dass sie bereit sind, sich zu verändern. Dass sie sich nicht mit dem zufrieden geben, was bereits ist, sondern eine Sehnsucht nach mehr verspüren.» Auch hier haben wir denselben Umstand, einfach einen anderen Blick darauf.

Aber: Ist ein solcher Wechsel des Blickwinkels zulässig? Gewiss! Es ist der Blickwinkel Gottes, den wir hier einnehmen - eines Gottes, der nicht darauf schaut, was noch nicht alles läuft, sondern der seinen Blick in erster Linie auf das Gelungene richtet.

So macht Christus der Sünderin, die ihm die Füsse mit kostbarem Öl salbt, keine Vorwürfe über all das, was in ihrem Leben gegen die Gebote Gottes lief. Vielmehr sieht er einzig ihre grosse Liebe, die sie zeigt, und vergisst ob dieser Liebe alles, was geschehen war.

Oder denken wir an das Gleichnis des verlorenen Sohnes: Der Vater ärgert sich bei seiner Rückkehr nicht darüber, dass er sich überhaupt von ihm losgesagt hatte. In seinem Herzen ist einzig Freude darüber, dass er zurückgekehrt ist.

Wenn es unsere Berufung ist, so zu werden wie Gott, dann heisst dies, eben diesen Blick auf die Menschen zu gewinnen. Es ist eigentlich der Blick, mit dem wir auch selbst gesehen werden wollen. Oder schätzen wir es, wenn jemand nach einem intensiven Tag des Frühlingsputzes in unsere Wohnung kommt und statt des vielen Glanzes einzig den vergessenen Staub in der einen Ecke sieht, den einzigen kleinen Fingerabdruck auf dem Chromstahl in der Küche?

Die Fastenzeit ist eine gute Gelegenheit, sich Gottes Blick auf die Menschen zu eigen zu machen und die Menschen so zu sehen, wie man von ihnen gesehen werden möchte.

 
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