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Sonntagsgedanke - 16. Juni 2019

Die Schülerinnen und Schüler unseres Gymnasiums legen in diesen Tagen ihre mündlichen Maturaprüfungen ab. Bald dürfen sie – hoffentlich alle – ihr Maturazeugnis entgegennehmen als Frucht von sechs Jahren an unserer Schule. Maturus bzw. matura heisst «reif». Deshalb spricht man auch von «Hochschulreife»: Die jungen Menschen haben alles gelernt, ihren Rucksack gefüllt, um sich erfolgreich in der Welt der Hochschule zu bewegen. Das ist allerdings nur der eine Teil, den wir ihnen mitgeben wollen: Denn Wissen und methodische Fähigkeiten sind nicht alles, was während der Schulzeit wachsen und heranreifen soll. Genauso wichtig ist die Entwicklung einer eigenen Persönlichkeit und einer gefestigten Identität: Unsere Maturi und Maturae sollen also, wenn sie unsere Schule verlassen, auch menschlich reifer geworden sein.

Was aber macht menschliche Reife aus? Ein Aspekt ist sicher, dass man zu dem stehen kann, was man sagt und tut – selbst, wenn sich dabei Fehler eingeschlichen haben. Das abzustreiten, wofür man sich zu verantworten hätte, ist eine Eigenschaft, die ich zum Kindesalter zähle. «Etwas kaputt gemacht, etwas genascht, etwas versteckt? – Ich doch nicht!» Aus meiner eigenen Kindheit weiss ich dabei noch ganz genau, wann und wo es war, als ich von meinen Eltern in guter und ruhiger Art auf ein Fehlverhalten hingewiesen wurde und ich dieses nicht abstritt: Schon damals durchfuhr mich irgendwie das Gefühl, dass hier nun etwas Wichtiges geschah.

Was ist das Wichtige an diesem reifen Verhalten? Es ist die Tatsache, dass es die Voraussetzung dafür schafft, dass man wachsen kann. Dazu bin ich erst fähig, wenn ich mir selbst gegenüber eingestehe, dass es noch Raum zu Verbesserungen gibt. Und in der Beziehung anderen gegenüber schafft es die Grundlage, zu verzeihen und Verzeihung zu erlangen: Denn zerbrochen ist ohnehin etwas, wenn ich mich falsch verhalten habe. Nur aber wenn ich hinschaue und mich bücke, um die Scherben aufzusammeln, kann man wieder aufeinander zugehen, ohne dass es bei jedem Schritt schmerzt.

Dies gilt natürlich auch für meine Beziehung zu Gott: Er weiss ja ohnehin, was geschehen ist. Wie könnte es da angebracht sein, wie ein Kind all meine Fehler hinter meinem Rücken verstecken zu wollen? Christi Botschaft sollte uns doch nichts anderes als Mut machen, sie Gottes unendlicher Barmherzigkeit hinzuhalten, damit er sie uns abnehmen und – wie es so schön im Buch Jesaia heisst (38,17) – hinter seinen Rücken werfen kann. Wie wichtig ihm dies selbst war, zeigt sich etwa daran, dass das Angebot der Vergebung das Erste war, was Christus seinen Jüngern nach seiner Auferstehung zusprach, wie wir letzten Sonntag an Pfingsten im Evangelium gehört haben: «Er hauchte sie an und sprach zu ihnen: Empfangt den Heiligen Geist! Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben» (Joh 20,23).

Wer zu dem, was man sich zu Schulden hat kommen lassen, steht und es bekennt, der muss es nicht mehr mit sich herumtragen: Er kann sich davon befreien lassen. Er, den wir nächste Woche an Fronleichnam durch die Fluren und Strassen tragen werden, wird es für uns tragen – wegtragen für immer.

P. Thomas
 

 
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