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Sonntagsgedanke - 14. Juli 2019

Samariter
 

Samariter im Einsatz beim Einsiedler Krankentag – jeweils am Montag nach Maria Himmelfahrt (Foto: Jean-Marie Duvoisin) Bei grossen Pilgergottesdiensten sind sie entweder auf dem Klosterplatz oder in der Klosterkirche anzutreffen: die Samariter. Die freundlichen Leute in der orangen Weste zeigen nur schon durch ihre Präsenz: Im Notfall ist jemand da, um zu helfen.

Im Evangelium des 15. Sonntags im Jahreskreis hören wir, woher die Bezeichnung "Samariter" stammt. Im Lukasevangelium 10, 30–37 erzählt Jesus das Gleichnis vom Barmherzigen Samariter. Die Geschichte ist wohl den meisten von uns bestens bekannt: Ein Mann wird auf dem Weg nach Jericho von Räubern überfallen und niedergeschlagen. Schwer verwundet bleibt er am Wegrand liegen. Ein Priester und ein Levit (beide Kultdiener im Jerusalemer Tempel) geben an ihm vorüber, ohne zu helfen. Erst ein Samariter (ein Angehöriger einer von frommen Juden gemiedenen und verachteten religiösen Splittergruppe) kommt dem Schwerverletzten zu Hilfe. Er verbindet dessen Wunden und bringt ihn in eine Herberge, wo er auf seine eigenen Kosten weiter gepflegt wird.

Jesus zeichnet in diesem Gleichnis ein Bild selbstloser Liebe und Hilfsbereitschaft – über ethnische und religiöse Grenzen hinweg. Der Barmherzige Samariter aus dem Gleichnis Jesu ist noch heute für viele ehrenamtlich tätige Samariter ein Vorbild. In der Schweiz gibt es rund 1000 Ortsvereine, wo sich über 20‘000 Menschen engagieren und bei unzähligen Veranstaltungen die medizinische Erstversorgung sicherstellen, bis professionelle Hilfe vor Ort ist.

Für dieses Engagement dürfen wir dankbar sein. Doch Hilfeleistung soll nicht einfach delegiert werden. Jesus ermutigt uns, selber die Haltung eines Barmherzigen Samariters zu übernehmen. So endet das Sonntagsevangelium konsequenterweise auch mit Jesu Aufforderung: "Geh und handle du genauso!"

P. Philipp

 
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