Wiedereröffnung der Unterkirche

Seit dem 3. Mai 1986 dient die Unterkirche als Raum für das persönliche Gebet, die Eucharistische Anbetung und einzelne Pilgergottesdienste. Der modern gestaltete Gottesdienstraum unterhalb des Chores der Klosterkirche wird von viele Gläubigen geschätzt.

Vom 22. Januar bis 22. Februar 2018 wurde die Unterkirche einer gründlichen Reinigung durch die Mitarbeiter der Klosterwerkstätten unterzogen. Seit einigen Tagen steht sie den Pilgern und Besuchern wieder offen.

 
Ein besonderes Patrozinium

Die Unterkirche wurde am 3. Mai 1986 vom damaligen päpstlichen Nuntius in der Schweiz geweiht. Als Patrozinium wurden die Heiligen Mönche von Einsiedeln gewählt. Bei diesen Heiligen Mönchen von Einsiedeln handelt es sich um die ersten drei Äbte Eberhard, Thietland und Gregor sowie um einige andere bedeutende Einsiedler Mönche, die u.a. als Äbte andernorts segensreich gewirkt haben. Dieser namentlich bekannten und auch aller unbekannten Mönche von Einsiedeln, welche die Vollendung in Gott erfahren haben, wird jedes Jahr am 3. August gedacht. Ihrem Schutz und Segen also sind die Unterkirche und ihre Besucher anvertraut.

Der Grund für dieses besondere Patrozinium liegt darin, dass die Unterkirche als Grabstätte für den Ehrwürdigen Diener Gottes Bruder Meinrad Eugster (+1925) konzipiert wurde. Da die Seligsprechung dieses im Rufe der Heiligkeit gestorbenen Mönches noch nicht erfolgt ist, ruht er auch heute noch beim "Patroziniumsaltar" neben der Gnadenkapelle. Durch den Titel der Unterkirche zu Ehren der Heiligen Mönche von Einsiedeln konnte ein sinnvoller Kompromiss gefunden werden, bei dem Bruder Meinrad Eugster integriert ist.

Eine besondere Ausstattung

Die liturgischen Orte der Unterkirche wurden von der jüdischen Künstlerin Susana Polac gestaltet. Von ihr stammen der Altar, der Ambo, der siebenarmige Leuchter und der ausdrucksstarke Tabernakel in Kreuzform.

In der Unterkirche befinden sich auch zwei mittelalterliche Skulpturen: ein Auferstandener im Eingangsbereich und eine Pietà im Meditationsraum. Gegenüber des Meditationsraums liegt – ebenfalls im hinteren Bereich der Unterkirche – die Gebetsnische mit einer Reliquie des heiligen Bruder Klaus. Zwischen diesen beiden Nebenräumen spannt sich der Bogen der romanischen Apsis der Klosterkirche von 1039. Diese Chormauer ist heute der einzige sichtbare Rest der mittelalterlichen Klosteranlage und verbindet so die Vergangenheit mit dem Heute.

 
Änderungen im Rahmen der Reinigung

Im Rahmen der Reinigungsarbeiten wurden die Wände, die Decke und der Boden gereinigt und neue Leuchtkörper eingesetzt. Dadurch wirkt die Unterkirche nun wieder freundlicher und lädt zum Verweilen ein.

Eine besondere Freude ist die Anbringung einer Bronzeskulptur der Gottesmutter Maria mit dem Jesuskind. Das Kunstwerk stammt ebenfalls von Susana Polac, wurde aber aus verschiedenen Gründen 1986 durch eine gotische Marienstatue ersetzt. Nun vervollständigt die eindrucksvolle Skulptur von Susana Polac das Ensemble. Die Darstellung verbindet Geburt und Auferstehung Jesu mit dem Aspekt des Schutzes der Gottesmutter Maria.

Ort der Stille und des Gebetes

Um die Unterkirche als Ort des Gebets zu schützen, sind Besichtigungen nicht erlaubt. Ab Ostern wird wieder täglich das Allerheiligste von 13.15 – 16.00 Uhr ausgesetzt sein. Die Zeit der stillen Anbetung schliesst jeweils mit einer Segensandacht um 16.00 Uhr. In der Zeit von Allerheiligen bis Ostern ist das Allerheiligste jeweils nur an Sonn- und Feiertagen, sowie am Herz-Jesu-Freitag und am 13. Jedes Monats (Einsiedler Gebetstag für Geistliche Berufe) ausgesetzt.

Mögen nach der Wiedereröffnung viele Menschen, die Stille und Besinnung suchen, in der Unterkirche einen Ort des Gebets und der Gegenwart Gottes finden.


Gedruckt am 24.6.2018 / www.kloster-einsiedeln.ch, © 2018 kloster-einsiedeln.ch